»Zwischen Ruhm und Ehre«

Andrea Petkovic
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Von Chris­toph Kel­ler­mann. Andrea Pet­ko­vic als fre­aky Social-Media-Star (»Pet­ko­raz­zi«), Andrea Pet­ko­vic als emo­tio­na­ler Ten­nis-Star (eins­ti­ge Top-Ten-Spie­le­rin), Andrea Pet­ko­vic als begab­te TV-Mode­ra­to­rin (»ZDF-Sport­re­por­ta­ge«) und nun Andrea Pet­ko­vic als erfolg­rei­che Buch­au­torin: »Zwi­schen Ruhm und Ehre liegt die Nacht« — so der Titel des ers­ten Werks einer All­round-Künst­le­rin, die im ers­ten Coro­na-Lock­down im ver­gan­ge­nen Jahr erfri­schend anders auf sich auf­merk­sam mach­te, als sie einen Online-Buch­club grün­de­te (»Rac­quet Book Club«), wäh­rend ande­re nichts Bes­se­res zu tun hat­ten, als Net­flix zu schau­en oder vor lau­ter Lan­ge­wei­le Klo­rol­len zu jon­glie­ren. Heu­te, knapp ein Jahr spä­ter, hat ihr Book-Club auf Ins­ta bereits knapp 6.758 treue Abon­nen­ten (Stand: 15. Mai 2021).

Andrea Petkovic
© Hasen­kopf

Kon­kret zum Buch: Als ich die gebun­de­ne Aus­ga­be Ende letz­ten Jah­res geschenkt bekam, hat­te ich abso­lut kei­ne Ahnung, was mich erwar­ten wür­de. Eine Art Bio­gra­phie ihres sport­li­chen Lebens? Ein Quer­schnitt ihrer dra­ma­tischs­ten Matches und Kar­rie­re­mo­men­te? Letz­te­res konn­te eigent­lich nicht sein, denn dafür erschien mir das Buch mit knapp 270 Sei­ten nicht umfang­reich genug. Tat­säch­lich spielt der Ten­nis­sport in die­sem Buch aber nicht die domi­nan­te Rol­le. Statt­des­sen gibt es 18 span­nen­de, unter­halt­sa­me, hei­te­re, aber auch düs­te­re und nach­denk­li­che Geschich­ten aus dem Leben der 1987 in Tuz­la gebo­re­nen Bos­nie­rin, die im Alter von sechs Jah­ren mit ihrer Fami­lie nach Darm­stadt zog. Damit beschäf­ti­gen sich qua­si auch die ers­ten Kapitel.

Fazit: Als Ten­nis­spie­le­rin ist »Andy« in ihrer lan­gen und beein­dru­cken­den Kar­rie­re der ganz gro­ße Wurf ver­sagt geblie­ben. Als Autorin aber ist ihr mit ihrem Buch »Zwi­schen Ruhm und Ehre liegt die Nacht« gleich beim Debüt ein Werk auf Grand-Slam-Niveau gelun­gen. Wun­der­schön zu lesen, intel­li­gent, wit­zig, sprit­zig und wie bereits erwähnt auch zum Nach­den­ken anre­gend. »Andrea Pet­ko­vic« steht auf dem Deckel und die bekommst Du als Leser*in auch. Scho­nungs­los offen. Vol­le Punkt­zahl. Fünf Asse!

    

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