Zwischen Genie und Wahnsinn

Zwischen Genie und Wahnsinn!


Von David Schwätter.

Das Thema »Nick Kyrgios« wurde zwar in nahezu allen Facetten schon hinlänglich bearbeitet, doch auch ich möchte heute mal meinen Senf dazu geben. Für die Einen ist Nick ein Genie. Jederzeit in der Lage, die Besten der Besten zu schlagen. Für die Anderen ist der Australier eher ein Wahnsinniger, der häufig durch Abschenken, Pöbeleien und Respektlosigkeit auffällt. Beide Lager haben sicher nicht Unrecht. Eines aber ist so sicher, wie das Amen in der Kirche: Nick Kyrgios ist eine Wundertüte. Niemand weiß, was im nächsten Moment passieren wird – vermutlich weiß er das nicht mal selbst. Die Fans jedenfalls freuen sich auf seine Auftritte, denn Langeweile wird es bei seinen Matches nie geben.

Kyrgios hätte zwar das Talent, mal einer der ganz Großen auf der Tour zu werden, hat aber offensichtlich keine wirkliche Lust dazu. Auch wird er nicht müde, ständig zu betonen, dass Tennis für ihn lediglich ein Beruf ist, ganz sicher aber keine Berufung. Von Liebe zum Sport mag er erst gar nicht reden. Tausende von Tennisspielern wären gern mit seinen Talenten gesegnet und würden sicherlich gern an seine Stelle treten. Seine zahllosen Mätzchen auf dem Court gehören mittlerweile zur globalen Vermarktung. Dass er Starappeal besitzt, weiß er. Sein »Bad Boy Image« weiß er geschickt in die Arenen dieser Welt zu tragen. Was Fans, Gegner oder Medien über ihn denken, scheint ihm ziemlich egal zu sein. Klar, ein bisschen mehr Respekt vor dem Gegenüber und eine etwas professionellere Grundeinstellung würde ich mir schon bei ihm wünschen. Aber: Nick Kyrgios kriegst Du nicht mehr geändert. Er hat sich sein Image selbst zusammen gezimmert: mal »Bad Boy«, mal Superstar, mal Genie und hin und wieder wahnsinnig.


März 2019 · Photocredit: Jürgen Hasenkopf