2. Laver Cup 2018

In Chicago fand am vergangenen Wochenende der nunmehr zweite »Laver Cup« statt. Wie schon bei der Erstauflage im vergangenen Jahr in Prag avancierte dieses neu geschaffene Teamevent auch 2018 wieder zu einer Veranstaltung der Superlative. Sowohl Titelverteidiger »Team Europe«, als auch »Team World« waren erneut erstklassig besetzt und boten sich Ballwechsel der Extraklasse. Dass es sich an allen drei Turniertagen »lediglich« um Showkämpfe handelt, war zu keinem Zeitpunkt zu spüren. Der Kampf ums Prestige war bei den beiden rivalisierenden Teams einfach zu groß, der Ehrgeiz enorm.

Am Ende siegten zwar die hoch gehandelten Europäer mit 13:8, allerdings kam diese Titelverteidigung wesentlich knapper zustande, als vielleicht im Vorfeld vermutet wurde. Matchwinner waren am Ende Roger Federer, der mit seinem gewonnenen Matchtiebreak und nach Abwehr von drei Matchbällen gegen John Isner den Weg zum Sieg ebnete, und Alexander Zverev, der den bärenstarken Kevin Anderson – ebenfalls im Matchtiebreak – in Schach hielt. Tags zuvor wehrte Zverev gegen Isner einen Matchball ab, um auch diese Partie im finalen Shootout des »dritten Satzes« siegreich zu beenden. Das »United Center« in Chicago war drei Mal in Folge ausverkauft, die Begeisterung allseits war riesengroß. Das, was sich der »Maestro« Roger Federer da zusammen mit seinem Management ausgedacht hat, ist mehr als zeitgemäß, fantastisch inszeniert und so recht nach dem Geschmack der Fans. Wenn dann noch Kollege Marcel Meinert bei Sky am Mikrofon so emotional, aber keineswegs aufdringlich mitgeht, dann sind Zuschauen und Zuhören ein echter Genuss. Im kommenden Jahr geht es für den »Laver Cup« wieder nach Europa. Dann ist Genf Austragungsort. Ich freue mich schon drauf.

Autor: Christoph Kellermann
Photocredit: Jürgen Hasenkopf

September 2018 · © Tennisredaktion.de