Startlinie
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Userfrage: „Hallo Stephan! Ich bin fleißiger Turnierspieler (LK2) und vermisse die Turniere seit einigen Monaten sehr. Im Training (vornehmlich Kondi und Fitness und seit ganz kurzer Zeit ja auch bedingt wieder Tennis) tue ich mich schwer, mich zu motivieren und zu fokussieren, weil ich nicht weiß wofür ich das gerade mache. Es ist kein Turnier in Aussicht, auf das man sich gezielt vorbereiten könnte und die Mannschaftsspiele fallen auch weg, weil mein Club das Team wegen Corona vom Spielbetrieb abgemeldet hat. Wie kriege ich es mental wieder auf die Reihe, dass ich motiviert auf ein nicht existierendes Ziel hinarbeiten kann?! Ich habe Angst, später den Anschluss nicht schaffen zu können!“

Hallo Fabian!

Du stellst Deine momentane Situation sehr düster dar. Ich würde diese gerne einmal aus meiner Perspektive, also der Perspektive eines »Erfolgscoaches« beleuchten und das Ganze so betrachten: alle Tennisspieler konnten die letzten drei Monate keine Wettkämpfe bestreiten. Jeder Spieler hatte, bzw. hat immer noch die Möglichkeit, sich in sämtlichen anderen Bereichen wie Kondition, mentale Verfassung oder Strategie weiter zu verbessern und an sich zu arbeiten. Sehr bald werden alle Spieler wieder »aus dem Bunker zurück an das Tageslicht« kommen.

Alle Spieler zurück zum Start!

Ergebnisse, Turniererfolge, persönliche Sieges- oder Niederlagenbilanzen liegen sehr, sehr weit zurück und haben keine direkte Relevanz mehr. Die Karten werden wieder komplett neu gemischt und verteilt. Eine wunderbare Chance für jeden Spieler! Eine Chance, die es zuvor noch nie gab! Es ist ja nicht so, dass DU verletzt warst, während alle anderen weiter trainieren konnten. Wie gesagt: ALLE zurück auf die Startlinie! Wie wir wissen, bestimmen unsere Gedanken unsere Gefühle und unsere Gefühle bestimmen unsere Aktionen. Davon hast Du sicherlich schon gehört. Es ist wie Mathematik. 1+1+1=3! Also, wenn Du magst, denke so weiter wie Du es in Deiner Mail an mich geschrieben hast. Oder, versuche meine Perspektive zu übernehmen. Was glaubst Du: welche Sichtweise ist für Dich motivierender und holt Dich erfolgreicher aus dem Lockdown?

Stephan Medem

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Stephan Medem war einst ATP-Weltranglistenspieler und langjähriger Coach auf der WTA-Tour, unter anderem von Barbara Rittner und Karina Habsudova. Viele Jahre spielte er sehr erfolgreich in der deutschen Tennis-Bundesliga, heute ist er nicht minder erfolgreich als Trainer, Speaker und Bestseller-Autor unterwegs. Zu seinen aktiven Zeiten war »Steph« übrigens Sparringspartner von nahezu allen Tennisgrößen, bis hin in die Top-Ten. Als Experte der allerersten Stunde steht »Steph« den Usern auf »Tennisredaktion.de« als Fachmann für »Mentales« zur Verfügung und ist darüber hinaus ein perfekter Ratgeber in Elternfragen.

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