Zäh, zäher, Djokovic

Er ist schon jetzt DER Spieler des Jahres: Novak Djokovic. Und ich muss zugeben, dass auch ich dem »Djoker« eine solche Entwicklung im Herbst seiner Karriere nicht mehr zugetraut hätte. Nachdem sich Rafael Nadal und Roger Federer bei ihren Comebacks nach jeweils langer Verletzungspause in sensationeller Art und Weise zurückmeldeten, machte der Serbe zunächst in Wimbledon auf ganz großer Bühne wieder auf sich aufmerksam. Mit seinem Sieg an der Londoner Church Road erspielte er sich den großen Respekt der Konkurrenz zurück. In Cincinnati schrieb er dann mit dem Gewinn der letzten noch fehlenden ATP-1000-Masters-Trophäe Geschichte und nun, keine acht Wochen nach dem Wimbledonsieg, folgte also in dieser Nacht der Sieg bei den US Open – Grand-Slam-Erfolg Nummer 14. Damit schließ er auf zur US-Amerikanischen Tennislegende Pete Sampras.

Zu dieser Erfolgsserie kann man Novak nur gratulieren. Der 31-jährige zweifache Familienvater war von vielen schon als eben solcher abgestempelt worden. Auch ich hatte den Eindruck, der Fokus dieses Ausnahmespielers hätte sich mittlerweile auf das Privatleben verlagert. Doch er strafte in diesem Jahr alle Skeptiker Lügen. Bei den US Open, wo viele Spieler der großen Hitze Tribut zollen mussten, setzte er sich ab der dritten Runde mit 15:0 Sätzen durch, zuletzt mit 6:3, 7:6, 6:3 gegen den Argentinier Juan Martin Del Potro. Zäh, zäher, Djokovic. Bei den diesjährigen vier Majors hat es also keiner der so hoch gehandelten »Next-Gen-Talente« geschafft, einen Titel abzugraben. Roger Federer, Rafael Nadal und eben zwei Mal Novak Djokovic – so lauten die vier Grand-Slam-Champions der diesjährigen Saison.

 

Autor: Christoph Kellermann
Photocredit:
Jürgen Hasenkopf

September 2018 · © tennisredaktion.de