„Wohl dem, der…”

Corona
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Fra­ge an Marc-Kevin Goe­ll­ner: Hal­lo Herr Goe­ll­ner! Zunächst ein­mal Gra­tu­la­ti­on für Ihre tol­le eige­ne Ten­nis­kar­rie­re! Davis-Cup-Sie­ger und Olym­pia­me­dail­len­ge­win­ner – wow!!! Heu­te betreu­en Sie Pro­fi­spie­le­rin­nen und ‑spie­ler. Nun, da eine min­des­tens sechs­wö­chi­ge – ver­mut­lich sogar viel län­ge­re – Coro­na-Zwangs­pau­se ansteht, müs­sen sich die Ath­le­ten doch irgend­wie in Form hal­ten?! Wie arbei­ten Sie mit Ihren Schü­lern in die­ser schwie­ri­gen Zeit oder set­zen Sie die Betreu­ung voll­stän­dig aus? Wie hand­habt es die abso­lu­te Welt­spit­ze? Sicher haben Sie auch nach ganz oben noch aus­rei­chend Kon­tak­te, um die­se Fra­ge, die bestimmt vie­le, vie­le Fans bren­nend inter­es­siert, beant­wor­ten zu kön­nen. Alles Gute für Sie und uns und überhaupt…

Marc-Kevin Goellner
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Marc-Kevin Goe­ll­ner: Dei­ne Fra­ge ist wirk­lich sehr inter­es­sant! Hier bei uns in der MKG-Ten­nis-Aka­de­mie sowie in unse­rer Ten­nis­hal­le in Köln sind wir bezo­gen auf die aktu­el­len Ereig­nis­se um uns her­um erst ein­mal alle total kon­ster­niert und scho­ckiert. Nun ist ja von der Regie­rung die Ansa­ge gekom­men, Sport­zen­tren vor­über­ge­hend und bis auf Wei­te­res zu schlie­ßen, Rei­sen zu ver­mei­den, sozia­le Kon­tak­te bis auf ein abso­lu­tes Mini­mum ein­zu­schrän­ken, etc. Was bedeu­tet dies für unse­re Arbeit hier vor Ort mit unse­ren Spie­le­rin­nen und Spie­ler? Für unse­re Aka­de­mie­schü­ler kön­nen wir zunächst ein­mal ledig­lich Kon­di­ti­ons- und Fit­ness­plä­ne aus­ge­ben. Es ist eine dra­ma­ti­sche Situa­ti­on, denn in Deutsch­land darf man ja außer daheim in den eige­nen vier Wän­den oder im eige­nen Gar­ten nir­gend­wo trai­nie­ren. Ich bin gera­de dabei, aus­zu­lo­ten, wie die Situa­ti­on bei den Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen in ande­ren Län­dern rund um den Glo­bus ist, aber ich ver­mu­te mal, dass dort ähn­li­che Umstän­de herr­schen. Spre­chen wir von der abso­lu­ten Welt­spit­ze, so kön­nen die ver­ein­zelt sicher auf eige­nen, pri­va­ten Plät­zen auf ihren Anwe­sen — noch dazu mit aus­rei­chend Abstand zu even­tu­el­len Nach­barn — trai­nie­ren und sich so in Form hal­ten. Wohl dem, der über sol­che Mög­lich­kei­ten in die­sen Wochen und Mona­ten ver­fügt. Für alle ande­ren gilt wohl eine Art »Pre-Season«-Phase daheim — mit­ten in der lau­fen­den Sai­son. Das »Corona«-Virus setzt uns allen mäch­tig zu. Und nie­mand weiß, wann die­se für den Sport und vor allem für die Gesell­schaft im All­ge­mei­nen sehr, sehr brenz­li­ge Pha­se über­stan­den sein wird.

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