Der »Löffler«

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Fra­ge an Jörg Lin­den: Ich habe am kom­men­den Sonn­tag wie­der ein Meis­ter­schafts­spiel. Der Geg­ner gegen den ich spie­len muss, raubt mir schon seit vie­len Jah­ren den letz­ten Nerv, denn er spielt nichts glatt oder mit Druck, son­dern löf­felt wie der Teu­fel — Mond­bäl­le satt. Bis­lang habe ich immer gna­den­los ver­lo­ren. Ich sel­ber bin ein druck­vol­ler Spie­ler, aber er bringt mich völ­lig aus dem Rhyth­mus. Jörg, wenn Du nächs­te Woche bei mir auf der Bank sit­zen wür­dest, was wür­dest Du mir raten? Mit wel­cher Spiel­tak­tik knackt man den Löffler?

Jörg Linden
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Jörg Lin­den: Nun, das klingt ja nach purer Ver­zweif­lung… Es gibt kei­nen Spie­ler, der ger­ne gegen »Löff­ler« spielt. Auch der »Löff­ler« selbst mag ungern gegen einen Spie­ler mit sei­nen Eigen­schaf­ten spie­len. Als ers­tes musst Du mit Freu­de und Über­le­gen­heit in die­ses Spiel gehen. Schließ­lich hat Dein Gegen­über nur ein sehr begrenz­tes Poten­ti­al und das soll­te Dich zuver­sicht­lich stim­men. Die ein­zi­ge Schwie­rig­keit ist es, den Punkt zu erwi­schen, offen­siv zu spie­len. Ich gebe Dir fol­gen­de Tipps und hal­te Dich min­des­tens 70% im Match dar­an. Punkt 1: Den­ke Dir auf Dei­ner Sei­te ca. 1,5 m hin­ter der T‑Linie (zwi­schen T‑und Grund­li­nie) eine wei­te­re Linie und jeder­Ball, der dahin­ter tickt, wird cross gespielt. Punkt 2: Jeder Ball, der vor der ima­gi­nä­ren Linie tickt wird lon­g­li­ne gespielt oder lon­g­li­ne ans Netz vor­ge­rückt. Punkt3: Dein eige­nes Spiel­tem­po soll­te, wenn auf der Ska­la 10 das Stärks­te ist, was Du spie­len kannst, zwi­schen »Spee­dran­king« 4 bis 7 lie­gen. Punkt 4: Lass Dich nicht ver­lei­ten zu prü­geln, denn so wird der Arm schnel­ler als der Kör­per und Du ver­lierst Kon­trol­le und Gleich­ge­wicht. Punkt 5: Atme durch den Treff­punkt bis hin zum Auf­sprung hin lan­ge aus. Die Atmung soll Dei­nen Ver­stand und Dei­ne Schlag­ge­schwin­dig­keit kon­trol­lie­ren und nicht umge­kehrt. Punkt 6: Wenn Du an die Atmung und eine kom­pak­te End­po­si­ti­on denkst, hast Du kei­ne Zeit mehr, Dich über den »Löff­ler« auf­zu­re­gen. Den­ke an die Atmung und an nichts ande­res. Es wirkt! Punkt 7: Sieh’ die Her­aus­for­de­rung und geh’ als Kämp­fer auf den Platz. Den­ke nur Punkt für Punkt und stell Dich auf lan­ge Ral­leys ein. Punkt 8: Genie­ße ein­fach den Fight »Mann gegen Mann« und den­ke immer dar­an, dass es ein unbe­que­mer Geg­ner ist, er jedoch kei­ne Mit­tel hat, Dich vom Platz zu schie­ßen. Egal was pas­siert oder wie das Match aus­geht: Du wirst immer ein schö­ne­res Spiel­ge­fühl haben, als er. Das kann Dir kei­ner neh­men. Ich glau­be an Dich, sage aber auch: Gewin­nen ist nicht alles. Den­noch viel Spaß.

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