User-Feedback

Von Christoph Kellermann.

Okay, Leute! Die ersten Rückmeldungen auf unseren Blog »Wie retten wir die Basis?« haben nicht lange auf sich warten lassen. An dieser Stelle wollen wir Euer Feedback inklusive meiner Kommentare dazu publizieren. Wir hoffen, dass uns zu diesem wichtigen Thema noch sehr viele Stellungnahmen Eurerseits erreichen. Updates folgen sukzessive.

Haltet die Ohren steif und bleibt gesund!

 

Usermeinungen

Dirk Möller: „Sehr geehrter Herr Hofen, zunächst einmal möchte ich mein Lob aussprechen für Ihren Beitrag in der Diskussion um das Corona-Virus. Seitens der Landesverbände, bzw. des Deutschen Tennis Bundes werden wir Vereine ziemlich alleine gelassen, was die Öffentlichkeitsarbeit angeht. Ich selbst bin Vorsitzender eines Tennisclubs und würde mich sehr freuen, wenn Sie, Herr Hofen, uns aufzeigen, wie man im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit Richtung Clubmitglieder vernünftig agiert. Schließlich möchte man beruhigen, gleichermaßen aber auch aufklären – und das ohne Panik zu verbreiten. Ein Drahtseilakt, findet man die richtigen Worte nicht. Ihr Beitrag am gestrigen Tage auf der Tennisredaktion hat mich wie gesagt schwer beeindruckt. Ich denke, ich spreche hier für sehr, sehr viele, wenn nicht alle Clubs, dass wir äußert dankbar wären, wenn Sie uns in dieser schwierigen Kommunikation Hilfestellung geben könnten. Wir haben große Angst, jede Menge Mitglieder zu verlieren. Den Mitgliedern, wie Herr Hordorff empfiehlt, lediglich zu sagen, dass sie zehn Jahre länger leben, wenn sie weiter Tennis spielen, dürfte sehr dünnes Eis bedeuten. Ich bedanke mich sehr für Ihre Ratschläge, Herr Hofen! Auch für die bis hierher veröffentlichten. Ich schätze Ihren Sachverstand!“

Tennisredaktion.de: Hallo Dirk! Danke für das Lob und die damit verbundene Anfrage an unser Expertenteam, namentlich Frank Hofen. Wir sind sehr stolz auf die geballte Kompetenz in unserem kostenlosen Expertenforum. Dass Bund und Landesverbände aktuell überfordert scheinen, ist offensichtlich. Im Gespräch mit zahlreichen Tennis-Enthusiasten an der Basis wird immer wieder beklagt, dass man vor allem seitens der Landesverbände fast ausschließlich mit der Thematik »Meisterschaftsspiele« beschäftig sei. Das mag berechtigte monetäre Gründe haben, da die lukrativen Vereinbarungen mit den Ballherstellern wackeln. Dennoch dürfen die Verantwortlichen alle anderen Aspekte in Sachen Vereinsbetreuung nicht aus dem Auge verlieren. Da haben Sie Recht.

David Schwätter: „Also ich persönlich würde mir – nicht zuletzt als Sportwart meines Vereins – natürlich wünschen, dass die Sommersaison noch mal Fahrt aufnehmen könnte, fände das aber im Zuge der noch längst noch vollständigen Entwicklung des Corona-Virus’ unverantwortlich. Zumindest, was die Turniere sowie die Meisterschaftsspiele angeht. An einem Heimspieltag haben wir mindestens sechs Mannschaften auf der Anlage, da halte ich das Risiko einfach für zu groß. Vorstellen könnte ich mir lediglich die Aufnahme des vereinsinternen Betriebs mit Vereinstraining in maximal 2er-Gruppen. So gern ich auch Tennis spiele und diesen Sport wirklich liebe, frage ich mich aber auch, weshalb wir die diesjährige Saison nicht einfach komplett aussetzen. Damit hätten wir Klarheit und die Diskussionen sowie das permanente »Für und wider« hätten ein Ende.”

Tennisredaktion.de: Hallo David! Eine Meisterschaftssaison Sommer 2020 sehe ich aktuell auch nicht mehr. Alleine schon die Ideen, die da im Raum stehen: jeder Spieler bringt seine eigenen Bälle mit, jeder serviert auch nur mit seinen eigenen Kugeln, der Gegenüber muss die Fremd-Bälle mit dem Schläger aufnehmen und ohne sie in die Hände zu nehmen auf die andere Seite spielen, keine Seitenwechsel, etc… Das sind nicht die Meisterschaftsspiele, die wir alle spielen wollen und weswegen wir diese Wettkämpfe lieben. Das wäre ainfach nur abenteuerlich. Gleichwohl steht immer noch meine These im Raum, dass die Krise einen nicht zu unterschätzenden Mitgliederschwund mit sich bringen wird…

Frank Hofen: „Es ist sicherlich zu kurz gedacht, die Frage nach dem danach nur auf den Tennissport, bzw. die Tennisvereine zu fokussieren. Wie sehen die Tennisverbände die Krise? Was ist denn eigentlich mit dem Deutschen Tennis Bund und seinen 17 Mitgliedsverbänden, die bei Sonnenschein stets im Licht stehen? Doch kaum fällt Schatten, sind sie unsichtbar. Zumal sie selbst in den nicht von Krisen bedrohten Zeiten kaum Lösungen und Ideen haben, dem Wegbrechen des Tennissports in der Öffentlichkeit Einhalt gebieten können. Bricht möglicherweise unser auf so großer Ehrenamtlichkeit basierender Vereinssport zusammen, weil die Menschen längst andere Sorgen und Ängste haben?

Für mich ist die gesamte Breite der Gesellschaft erfasst, denn allerorten wird diskutiert und kommentiert, bewertet und analysiert, prognostiziert und spekuliert. Allerdings stellt sich in dieser gegenwärtigen Situation für mich die grundsätzliche Frage, wie kompetent bin ich überhaupt, diese komplexe Pandemie zu beurteilen? Meine persönliche Einschätzung ist, der Kompetenz und dem Wissen von Institutionen, wie unter anderem der WHO weltweit, bzw. dem Robert Koch Institut national, zu vertrauen. Dies ist aktuell die Maxime des Handelns für mich. Wobei das Herausfordernde für mich ist, dass das alles so surreal erscheint. Wir glauben in der Regel das, was wir sehen, greifen und erkennen können. Da kann ein Jeder in unserer offenen Gesellschaft die für sich eigene Strategie entwickeln.

Und wie sieht das in der Corona-Krise der Einzelne? Wir sehen nichts, wir fühlen nichts und trotzdem sollen wir bedroht sein? Das zu begreifen, ist die größte geistige Herausforderung für uns als Gesellschaft. Wo wir nun als Einzelner gegen das Nichtsichtbare handeln müssen, um Gefahren für die Gemeinschaft nicht entstehen zu lassen. Nur in unserer überbordenden medialen Gesellschaft ist das nicht so einfach zu verstehen. Meinerseits verhalte ich mich so, wie es vorgegeben wird, Dritte nicht zu gefährden und mich natürlich auch nicht. Hier zeige ich Solidarität, auch denen gegenüber, die unser bürgerschaftliches Leben derzeit einschränken müssen. Und bringe natürlich große Solidarität denen gegenüber entgegen, die trotz alledem in den Lebensmittelgeschäften, Apotheken, Büros, etc. die tägliche Versorgung leisten müssen.

Eigentlich meistert man Krisen, indem man ihnen zuvorkommt. Doch das war bei dieser Pandemie nicht möglich. Zukünftig wird das aber sicher so sein. Daraus können wir aktuell lernen, wenn wir das Notwendige und Erforderliche tun und akzeptieren. Ist dies dann hoffentlich alsbald überwunden und können wir möglicherweise das wieder tun, was uns vor Corona lieb geworden ist: Tennis spielen. Nur, siehe den Anfang meiner Bewertung, glaube ich aktuell nicht daran. Oder gibt es doch noch Hoffnung, weil…

Tennisredaktion.de: Lieber Frank, wunderbar beleuchtet und analysiert.

Arno Thomas: „Ihr zeichnet meines Erachtens ein etwas zu düsteres Bild der Gesamtsituation. Warum sollte es uns über den 19. April hinaus verboten sein, draußen an der frischen Luft (natürlich unter Beachtung der Hygiene-Maßnahmen) Tennis zu spielen? Schon heute kann ich mit meiner Frau im Park gegenüber ein paar Bälle schlagen oder Volleys üben. Was also spricht dagegen. dies auf einer ausgewiesenen Fläche im Club zu tun? Gleiches gilt übrigens auch für’s Golfen. Was wir brauchen, ist ein starke Lobby! Bitte denkt positiv und arbeitet darauf hin, ab dem 20. April wieder auf die Plätze zu kommen. Bleibt sportlich und gesund! Freundliche Grüße, Arno.”

Tennisredaktion.de: Liebe Arno, Deine Worte in Gottes Ohr! Wir wünschen uns den baldigen Saisonstart genauso, wie Du oder Ihr alle! Trotzdem fragen wir uns und Euch: Was wäre wenn. Wohl dem, der vorbereitet ist…

Dirk Hordorff: „Jede Krise hat die Zeit nach der Krise. Hoffen wir, dass wir in der Krise erkennen, wie sehr uns Tennis gefehlt hat und dadurch einen noch stärkeren Bezug zum Tennis entwickeln. Jetzt gilt es erstmal, in der Krise mit denen solidarisch zu sein, die am meisten darauf angewiesen sind. Die Clubwirte, die das Clubrestaurant nicht öffnen dürfen, die Tennistrainer, die Ihren Beruf nicht ausüben dürfen, weil die Sportanlagen geschlossen sind. Wie in vielen Bereichen unseres Lebens merken wir, dass vieles, was wir für selbstverständlich angesehen haben, nicht garantiert ist. Aber lasst uns auch nicht zu viel Selbstmitleid haben. Akzeptieren wir, dass die Maßnahmen und Einschränkungen, auch wenn sie uns weh tun, getroffen wurden, um Menschenleben zu retten! Und das ist wichtiger, als Ranglistenplätze. Oder wie es ein Politiker gesagt hat: wichtiger, als ein Punkt mehr im Dax-Index.”

Tennisredaktion.de: Lieber Dirk, Danke, dass Du voran gehst und Dich in diesem Forum zu diesem wichtigen Thema äußerst. Solidarität und Demut sind angesagt, gerne auch über die Krisenzeit hinaus. Keine Frage. Clubwirte und Trainer bekommen wir durch Clubs und Staat vielleicht auch aufgefangen. Können wir aber den drohenden Mitgliederschwund abwenden? Wenn ja: wie?! Die vielen, vielen Wackel-Mitglieder und Trainer-fixierten Hobbyspieler bereiten mir die mit Abstand größten Sorgen…

Werner Mertens: „Herr Kellermann, Sie haben absolut Recht! Mitgliedertechnisch ist der Trend in unserem Verein eh’ rückläufig und die vielen Mitglieder, die schon seit längerem mit einem Austritt »drohen«, werden nun Nägel mit Köpfen machen. Ich weiß von vielen, dass sie wirtschaftlich sehr unter der Krise leiden. Da dann die Beiträge im Tennisclub einzusparen, nehme ich niemandem übel.”

Tennisredaktion.de: Lieber Werner, genau das meinte ich. Hinzu kommen die vielen Mitglieder, meist Kinder und Jugendliche, die einzig und allein durchs Training, bzw. durch die Animationskünste des Trainers bei Laune gehalten werden. In den Tennisfreien Monaten drohen Lust und Motivation von der Fahne zu gehen.

Günter Holmeier: „Hallo Tennisredaktion, hallo Herr Kellermann! Ich gehe mit Ihnen in allen Punkten konform, bin aber weiterhin absolut optimistisch, dass wir schon sehr bald auf die Plätze dürfen. Ich sag mal so: wenn wir Vereinsvorstände jetzt schon die Flinte ins Korn werfen würden, wären wir fehl am Platze. Das wären wir aber auch, wenn wir nicht schon heute über Lösungen nachdenken würden, wenn der »worst case« eintreffen sollte und wir in diesem Sommer gar kein Freilufttennis spielen könnten. Lösungen für den Umgang mit unserem Personal sowie mit unseren Mitgliedern haben wir aktuell noch keine, aber wir kommunizieren momentan über Whatsapp fast täglich innerhalb unserer Vorstandgruppe. Ich finde es gut, dass Sie versuchen, wachzurütteln, vielleicht gelingt es uns, diese furchtbare Krise (nicht nur für den Sport) zu überstehen. Ich wünsche Ihnen und allen Lesern beste Gesundheit!”

Tennisredaktion.de: Lieber Günter! Vielen Dank für Deinen Beitrag! Ich drücke Euch alle Daumen für Eure Vorstandsmeetings. Lasst uns bitte wissen, wenn Ihr zündende Ideen habt. Diese werden wir dann über unser Portal gerne teilen. Wenn uns die Krise bislang eines gelehrt hat, dann, dass wir gemeinsam stärker sind. Bleiben Sie gesund…

Frercks Hartwig: „Hallo! Das hängt in erster Linie davon ab, wie lange die gegenwärtigen Sicherheitsmaßnahmen dauern. Weiter müssen wir schauen, wie sich die Menschen verhalten, wenn sich das Leben wieder normalisiert. Wie ist die finanzielle Situation unserer TrainingsteilnehmerInnen und können sie sich den Sport weiterhin leisten? Was kann ich dann tun? Sich alleine auf die Sicherung des Lebensunterhalts durch Tennistraining zu verlassen, ist riskant. Unsere Abhängigkeit von politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen wird gerade sehr deutlich. Die Krisenzeit lässt sich aber vielleicht dazu nutzen, kreative Ideen zu entwickeln. Für die eigene Lebensplanung und für die »zukünftigen« an unsere KlientInnen«. Viele sind da schon sehr motiviert dabei. Auch müssen wir uns noch stärker unsere soziale Vernetzung bewusst machen. Jetzt erwarten wir vom Gemeinwesen, dass es uns aus der Notlage rettet. Daran sollten wir auch denken, wenn es uns wieder gut geht. Gerade gibt es unzählige spannende und schöne Ansätze, TennistrainerIinnen zu vernetzen, sich gegenseitig zu unterstützen und zu helfen. Das ist in unserer Branche leider ungewöhnlich. Wir können also gerade viel dazu lernen.”

Tennisredaktion.de: Lieber Frercks! Danke für Dein Feedback! Genau deshalb eröffnen wir derartige Diskussionen und genau deshalb rufen wir auf, zusammenzustehen und gemeinsame Lösungen zu finden. Diejenigen, die welche finden, sollten sie publik machen und nicht ihr eigenes Süppchen kochen. Deine Bemerkung Richtung »Gemeinwesen« finde ich klasse! Hoffen wir, dass sich alles recht bald normalisiert und die Menschen sich auch dann demütig zeigen, wenn es ihnen wieder gut geht…

Joachim Weidenboerner: Liebe Redaktion, liebe TennisspielerInnen, Spekulation ist die Nahrung der Medien, sage ich mal. Ich finde es wenig hilfreich, einen solchen Artikel zu veröffentlichen, der den meisten von uns das Blut in den Adern gefrieren lässt. Sollte es so kommen, wäre es der Abgesang auf unseren Sport, aber so was von. Für mich persönlich ist das Glas immer halbvoll, aber nie halbleer. Daher sage ich Euch voraus, niemand kann uns so lange einsperren, schon gar nicht den Sport allerorten total zum Erliegen bringen. Wir werden sicherlich in anderer Form mit unserem Sport umgehen und andere Angebote machen müssen und wir werden als unsere Hauptaufgabe dafür sorgen müssen, dass die Clubs nicht zum Erliegen kommen. Unsere Aufgabe wird und muss es sein, Optimismus zu verbreiten. Wir werden eine Bereinigung des Trainermarktes erfahren, selbsternannte Gurus wird es nicht mehr geben, vielmehr ist jetzt der Profi gefragt, der weiß, wovon er redet und der Angebote und Hilfsprogramme parat hält.”

Tennisredaktion.de: Lieber Joachim, danke zunächst für Deinen Beitrag! Optimismus ja, Verblendung nein! Wir müssen doch den Tatsachen, sprich der aktuellen Lage und Entwicklung, ins Auge sehen und Dinge realistisch einordnen! Blogs wie dieser hier oder auch mein kürzlich publizierter Blog »Einiges im Argen« sind doch keine Effekthascherei. Sie sollen Vereine, Trainer, Landesverbände und auch den DTB animieren, Lösungen zu finden, damit die Basis nicht stirbt. Glaub mir, auch ich wünsche mir, schon sehr bald wieder zur Normalität zurückzukehren und unter freiem Himmel Bälle zu schlagen. Aber daran ist doch überhaupt nicht zu denken. Du sagst: „Niemand kann uns so lange einsperren…” Ja, was willst Du denn tun, lieber Joachim? Dich den Anordnungen von ganz oben widersetzen? »Corona« hat uns aktuell alle im Griff. Da ist der Sport lediglich das Wichtigste von allem Unwichtigen. Gleichwohl müssen wir schauen, wie wir unseren Sport retten. Die Spitzenspieler werden ihre Rackets wieder in die Hand nehmen und Fahrt aufnehmen. Um die mache ich mir weniger Sorgen. Die Breitensportler aber müssen wir retten. Ohne Breite keine Spitze. Ohne Mitglieder keine Vereine. Aufwachen!

 

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März 2020 · Photocredit: Pixabay