Jörg Linden
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Userfrage: „Hallo Jörg! Was genau verstehe ich unter Komplextraining? Ich bedanke mich schon jetzt für Deine Mühen und freue mich auf Deine sicherlich wieder ausführliche und kompetente Antwort. Ich schätze das sehr.“

Hola Wilhelm!

Beim Thema »Komplextraining« geht es weniger um das Tennis an sich, sondern um die Philosophien der »körperlichen Ertüchtigung«, im Vergleich zur Komplexität zu mehr Widerstand im physischen Aufbau einzelner Extremitäten. Komplexes Training bedeutet ganz einfach, dass es nicht darauf ankommt, mehr Gewicht zu bewältigen, sondern vielmehr die Übung komplexer zu machen, wenn die Standardausführung in sauberer Form eingeübt ist.

Komplexes Training beschäftigt sich aber nicht damit, eine Übung irgendwann »auf einem Pezziball mit Widerstandsbändern an den Armen« auszuführen. Es geht darum, alltagsnahe Bewegungen zu üben, um für die Ausnahmesituation bereit zu sein. Um nun auf das Tennistraining einzugehen, merke ich, dass ich vielleicht Deine Fachfrage falsch gedeutet habe. Im Tennis gibt es drei Stufen des Lernens. Progressiv in Schritten aufgebaut, gibt es… 1. das Erlernen der Bewegung aus dem Stand, 2. situatives Techniktraining, um den Ball mit der erlernten Technik in das gewünschte Ziel zu steuern und 3. das »Komplextraining«. Bedeutet, den Ball aus verschiedenen Situationen in das gewünschte Ziel zu spielen.

Die Königsdisziplin ist das »taktisch situative Training«, sprich: den Ball situativ, taktisch und mit Deinen technischen Fähig- und Fertigkeiten clever und frei von Vorgaben zu platzieren. Das ist für mich komplex und macht im Tennissport Sinn. Im Kraftsport hat das Komplextraining ganz andere Ziele und Bedeutungen im Vergleich zum statischen Training.

Jörg Linden

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Tennis-Enthusiast Jörg Linden ist ein Kind des Ruhrpotts. Einst wurde er für seine überragende Vereinsarbeit zum »DTB-Trainer des Jahres« gekürt, heute leitet er das »Tennis-College« auf Fuertventura. Für »Tennisredaktion.de« steht er seit einer gefühlten Ewigkeit als Experte für die Bereiche »Trainingslehre« und »Tennistechnik« zur Verfügung. Jörg liebt es, seine große Erfahrung sowohl an die jungen, als auch an die erfahrenen Leser der »Tennisredaktion« weiterzugeben. Darüber hinaus begeistert er die Leserschaft mit spannenden Blogs.

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