Vom Wüterich zum »Crowdpleaser«

Von Christoph Kellermann.

Man merkt, dass Deutschlands Tennis-Ass Nummer Eins mittlerweile neue Berater um sich hat und die wissen natürlich genau, dass sie ihren neuen »Star-Mandanten« zwingend anders positionieren müssen, soll dieser einmal in die gewaltigen Fußstapfen eines Roger Federer passen, der derselben Management-Agentur zugeordnet ist.

Alexander Zverev, geht neue Wege. In Melbourne überraschte er Zuschauer und Fans nach seinem Auftakterfolg über den Italiener Marco Chechhinato mit dem Versprechen, 10.000 AUD (Australische Dollar) für jeden Einzelsieg bei den diesjährigen Australian Open für die Bekämpfung der Buschfeuer zu spenden und im Falle eines Turniersieges gar die gesamte Siegprämie in Höhe von 4 Millionen AUD zu stiften. Eine taktische Meisterleistung, um die Tenniswelt in schwierigen Zeiten auf seine Seite zu ziehen – wohlwissend, dass es mit dem Titelgewinn 2020 in Melbourne aller Voraussicht nach eh` nix wird.

Jede Runde, die Alexander Zverev in diesem Jahr in Melbourne gewinnt – und unterdessen sind es ja schon zwei – ist für Sascha in seiner momentanen Verfassung bereits wie ein Grand-Slam-Gewinn zu bewerten. Und das ist gar nicht böse gemeint. Er steckt aktuell nun mal in einer kleinen sportlichen Krise und da wird er auch wieder heraus kommen. Vor allem, mit einem derart gewieften Management im Rücken. Alexander Zverev – vom Wüterich zum »Crowdpleaser«. Dank Tony und Roger. Dank Team8. Dort ist er bestens aufgehoben.

Januar 2020 · Photocredit: Jürgen Hasenkopf