Visualisierung

Hallo Tennis-Freaks! Ein User unserer Tennisredaktion schrieb uns dies: „„Liebe Brigitte, liebe Tennisredaktion! Skirennfahrer oder Formel-1-Fahrer gehen vor dem Wettkampf nochmal jedes Tor oder jede Kurve geistig durch und stimmen sich ein auf das was kommt. Das sieht man immer im Fernsehen, wenn diese Sportler die Rennstrecke mit geschlossenen Augen quasi abfahren. Ist dies auch für den Tennisspieler denkbar und wie schaffe ich vor einem Match (oder auch einem Training) eine solche mentale Einstimmung? Ich hoffe, Du kannst entscheidend weiterhelfen. Ich selbst bin 17 Jahre alt und mit LK2 sehr ambitioniert. Auch spiele ich schon fleißig Damenturniere. Danke für Eure Hilfe!“

Da Brigitte momentan leider verhindert ist, erlaube ich mir, Deine wirklich sehr gute Frage zu beantworten. Die von Dir beschriebene Technik nennt sich »Visualisierung« und ist ein sehr gutes mentales Tool. Skifahrer und Rennfahrer haben dabei eine etwas andere Aufgabenstellung, als wir Tennisspieler, sie fahren einen vorher bekannten Rennkurs ab. Für uns ist das schon etwas komplizierter. Natürlich kann es sein, dass wir einen Gegner bezwingen wollen, den wir kennen oder gegen den wir auch schon in der Vergangenheit gespielt haben. Trotzdem entwickelt sich jedes Spiel immer wieder anders. Wie können wir die Technik des Visualisierens trotzdem optimal nutzen? Video! Sicherlich hast Du auch schon das eine oder andere Mal eine Video-Analyse gemacht, um eventuelle technische Fehler in Deinem Spiel zu eliminieren. Beim Visualisieren wollen wir das »Medium Video« anders nutzen. Lass ein Video von Dir aufnehmen, in dem Du richtig super aussiehst. Tolle Schläge, Super Beinarbeit, Körperspannung und selbstbewusste Körperhaltung. Versuche dieses Video mehrmals bzw. immer wieder anzusehen. In Zeitlupe! Wenn Du nun in Pausen zwischen den einzelnen Punkten oder vor allem beim Seitenwechsel kurz die Augen schließt und auf einer imaginären Kinoleinwand Deinen »Superfilm« anschaust, so wird sich ein Körper daran erinnern und in der Lage sein, diesen Film zu reproduzieren. das nennt sich »Bio-Feedback«. Je genauer und klarer dabei Deine Bilder sind, desto umsetzbarer sind sie. Dabei solltest du z.B. auch hören können wie Du den Ball solide triffst oder auch wohin Du Deinen Ball spielen willst. Versuche das auch im Training zu üben, denn auch visualisieren will gelernt sein! Viel Erfolg dabei und Rock’n’Roll! Steph

Autor: Stephan Medem
Photocredit: Jürgen Hasenkopf

Februar 2019 · © Tennisredaktion.de