Viel Spaß im Tunnel!

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Fra­ge an Jörg Lin­den: Mein Pro­blem ist, dass ich nicht immer den Ball beob­ach­te. Das heißt, dass ich zu früh dahin schaue, wo ich den Ball hin spie­len will. Kannst du mir einen Tipp geben, wie ich die­sen Feh­ler ver­mei­den kann, so dass ich nicht zu früh vom Ball wegschaue?

Jörg Linden
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Jörg Lin­den: Nun, die­ses Pro­blem haben die meis­ten Ten­nis­spie­ler. Durch das frü­he Weg­schau­en wird der Kopf so bewegt, dass man unwei­ger­lich aus dem Gleich­ge­wicht kommt und somit die Schlag­flä­che im Treff­punkt zwar nur gering­fü­gig im Win­kel ver­än­dert, dies aber für einen unkon­trol­lier­ten Schlag reicht. Zehn Grad Ver­än­de­rung der Schlag­flä­che im Treff­punkt machen etwa 6 bis 8 Meter Unter­schied beim Auf­prall des Bal­les im geg­ne­ri­schen Feld aus.

Nun zum ulti­ma­ti­ven Tipp: Zäh­le die Kon­takt­punk­te des Bal­les! Ers­tens: Beim Auf­sprung des Bal­les zählst du laut »Eins«, in Dei­nem Treff­punkt laut eine lan­ge »Zweiiii«. Zwei­tens: Im Treff­punkt des Geg­ners laut »Eins« zäh­len, in Dei­nem Treff­punkt »Zweiiiiii«. Drit­tens: Im Treff­punkt des Geg­ners »Eins« zäh­len, beim Auf­sprungs sagst Du laut »und«, bei Dei­nem Treff­punkt »Zweiiiii«. Bewer­te nicht ob Dei­ne Bäl­le im Feld sind, son­dern hin­ter­fra­ge Dich auf einer Ska­la von 1 bis 10 (10 ist das Bes­te, das heißt, Du hast bei jedem Schlag kor­rekt gezählt), ob Du wirk­lich direkt beim Kon­takt gezählt hast. Bei die­ser Übung musst Du den Ball exakt beob­ach­ten, Du hast kei­ne ande­re Wahl! Bei regel­mä­ßi­ger Übung erreichst Du den »Tun­nel­blick«. Man kann eben nur einen Gedan­ken gleich­zei­tig haben. Wenn die Kon­zen­tra­ti­on auf das Zäh­len gerich­tet ist, ist kein Platz für ande­re stö­ren­de Gedan­ken. Auch der Spiel­stand ist Dir egal und spielt in die­sem Moment abso­lut kei­ne Rol­le. Viel Spaß im Tunnel!”

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