Tenisball
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Userfrage: „Mein Problem ist, dass ich nicht immer den Ball beobachte. Das heißt, dass ich zu früh dahin schaue, wo ich den Ball hin spielen will. Kannst du mir einen Tipp geben, wie ich diesen Fehler vermeiden kann, so dass ich nicht zu früh vom Ball wegschaue?”

Hallo Michael!

Nun, dieses Problem haben die meisten Tennisspieler. Durch das frühe Wegschauen wird der Kopf so bewegt, dass man unweigerlich aus dem Gleichgewicht kommt und somit die Schlagfläche im Treffpunkt zwar nur geringfügig im Winkel verändert, dies aber für einen unkontrollierten Schlag reicht. Zehn Grad Veränderung der Schlagfläche im Treffpunkt machen etwa 6 bis 8 Meter Unterschied beim Aufprall des Balles im gegnerischen Feld aus.

Nun zum ultimativen Tipp: Zähle die Kontaktpunkte des Balles! Erstens: Beim Aufsprung des Balles zählst du laut »Eins«, in Deinem Treffpunkt laut eine lange »Zweiiii«. Zweitens: Im Treffpunkt des Gegners laut »Eins« zählen, in Deinem Treffpunkt »Zweiiiiii«. Drittens: Im Treffpunkt des Gegners »Eins« zählen, beim Aufsprungs sagst Du laut »und«, bei Deinem Treffpunkt »Zweiiiii«. Bewerte nicht ob Deine Bälle im Feld sind, sondern hinterfrage Dich auf einer Skala von 1 bis 10 (10 ist das Beste, das heißt, Du hast bei jedem Schlag korrekt gezählt), ob Du wirklich direkt beim Kontakt gezählt hast. Bei dieser Übung musst Du den Ball exakt beobachten, Du hast keine andere Wahl! Bei regelmäßiger Übung erreichst Du den »Tunnelblick«. Man kann eben nur einen Gedanken gleichzeitig haben. Wenn die Konzentration auf das Zählen gerichtet ist, ist kein Platz für andere störende Gedanken. Auch der Spielstand ist Dir egal und spielt in diesem Moment absolut keine Rolle. Viel Spaß im Tunnel!”

Jörg Linden

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Tennis-Enthusiast Jörg Linden ist ein Kind des Ruhrpotts. Einst wurde er für seine überragende Vereinsarbeit zum »DTB-Trainer des Jahres« gekürt, heute leitet er das »Tennis-College« auf Fuertventura. Für »Tennisredaktion.de« steht er seit einer gefühlten Ewigkeit als Experte für die Bereiche »Trainingslehre« und »Tennistechnik« zur Verfügung. Jörg liebt es, seine große Erfahrung sowohl an die jungen, als auch an die erfahrenen Leser der »Tennisredaktion« weiterzugeben. Darüber hinaus begeistert er die Leserschaft mit spannenden Blogs.

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