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Userfrage: „Sehr geehrter Herr Haun, ich konsultiere Sie, da ich versicherungstechnische Fragen habe. Wenn wir Menschen auf der Anlage haben, die noch in der Schnupperphase, sprich: noch keine Mitglieder sind, so sind diese ja über den Verein ja auch noch nicht versichert, für den Fall, dass mal was passiert, richtig? Empfiehlt es sich hier, eine gesonderte Vereinbarung zu schließen? Wie handhaben Sie das persönlich? Zweite Frage: Wie verhält es sich mit Spielerinnen oder Spielern von Gastmannschaften? Dritte und letzte Frage: ist es richtig, dass in einem Club eine gültige Trainerlizenz rechtlich eine Voraussetzung ist, damit alle auf dem Trainingscourt befindlichen Personen unfallversichert sind? Vielen Dank für Ihre Mühen!“

Lieber Detlef!

Vielen Dank für Deine Nachricht!

Es ist richtig, dass Menschen, die noch in der Schnupperphase sind und noch nicht den Status eines Mitgliedes haben, auch noch nicht über den Verein versichert sind. Im Fall der Fälle bestünde also kein Versicherungsschutz. Solche Personen haben erst dann einen Versicherungsschutz, wenn sie als Mitglied im Verein aufgenommen sind und in dieser Eigenschaft dem jeweiligen Landessportverband (in Bayern der BLSV) verbindlich gemeldet wurden. Für den Zeitraum einer »Schnupperphase« gibt es bei der ARAG Sportversicherung die so genannte »Nichtmitgliederversicherung für Probetrainings«, die sich genau auf diese Zielgruppe spezialisiert hat. Hier gibt es weitere Infos:

» Versicherungsschutz für »Nichtmitglieder«

Was aktive Spielerinnen und Spieler von Gästeteams betrifft: Spielerinnen oder Spieler von Gastmannschaften sind Mitglieder der jeweiligen Vereine, die bei Ihnen auf der Anlage zu Gast sind. Diese Personen wurden also beim jeweiligen Landessportverband gemeldet und sind somit auch versichert, egal auf welcher Anlage sie Tennis spielen.

Ich persönlich handhabe es so, dass ich »Schnupper- oder Probetrainings« nur in zeitlich begrenzten Umfängen anbiete (1x pro Monat und maximal 60 Minuten) und immer auf alle notwendigen Sicherheitsstandards auf dem Platz achte (ausreichend Abstand, geräumte Laufwege, angemessenes Trainerzuspiel, etc.). Wenn es um Kinder geht, die im Rahmen eines Probetrainings vorspielen, so ist bei mir immer mindestens ein Elternteil anwesend. Wenn es um Erwachsene geht, so achte ich darauf, dass auch hier alles in einem geordneten Rahmen abläuft, ohne unnötige Risiken einzugehen. Schon bei der telefonischen Terminvereinbarung frage ich aktiv nach vorhandenem Schuh- und Schlägermaterial und weise gegebenenfalls darauf hin, dass man diese Art von Sportschuh eher nicht wählen sollte, sondern diese oder jene Art besser wäre. Für mich entscheidend beim »Schnuppern« ist das persönliche Kennenlernen. Bei mir geht beim »Schnuppern« nie um den »Spagat der Woche« oder den »Vorhand-Winner des Monats«…

Gültige Trainerlizenz erforderlich?

Wie Du schreibst, hast Du gehört, dass in einem Club eine gültige Trainerlizenz rechtlich eine Voraussetzung ist, damit alle auf dem Trainingscourt befindlichen Personen unfallversichert sind. Eine solche Trainerlizenz gibt es nicht. Daher ist diese Aussage nicht korrekt. Dieser Punkt wird gerne mit der Thematik verwechselt, wenn ein Trainer im Auftrag des Vereins Training für Vereinsmitglieder gibt. Dann sind alle Personen Mitglieder (inklusive Trainer) beim jeweiligen Landessportverband (in Bayern der BLSV) gemeldet und somit auch versichert. Das hat aber mit der Trainerlizenz nichts zu tun.

Weiterhin gutes Gelingen und einen guten Saisonabschluss!

Thassilo Haun

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Thassilo Haun ist ein echter »Tausendsassa«. Bundesligaspieler, DTB-A-Lizenz-Tenniscoach, Jura-Student, Bankkaufmann sowie Privatkunden- und Existenzgründungsberater. Für unser Portal »Tennisredaktion.de« steht Thassilo als Teil des Kompetenz-Teams für den Bereich »Vereins- und Trainerberatung« kostenlos Rede und Antwort.

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