Versicherung An-/Abfahrt

Anfahrt
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Fra­ge an Thas­si­lo Haun: Zunächst ein­mal wün­sche ich Ihnen und dem gesam­ten Team der Ten­nis­re­dak­ti­on ein fro­hes und gesun­des neu­es Jahr. Mei­ne spe­zi­el­le Fra­ge an Sie als Ver­eins­ex­per­te rich­tet sich an die Ver­si­che­rung unse­rer Mit­glie­der bei An- und Abfahrt zum Trai­ning oder Mann­schafts­wett­be­wer­ben/-spie­len, zu unse­rer Ten­nis­an­la­ge oder im Win­ter zu unse­rer ange­mie­te­ten Ten­nis­hal­le. Sind unse­re Mit­glie­der da im Fal­le eines Fal­les unfall­ver­si­chert? Unser Geschäfts­füh­rer im Ver­ein konn­te mich da lei­der kei­ne ver­läss­li­che Aus­kunft geben. Sie als Exper­te kön­nen das selbst­ver­ständ­lich aus der Fer­ne auch nur, wenn eine Ver­si­che­rung bei Mit­glie­dern gene­rell besteht. Ich hof­fe darauf.

Thassilo Haun
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Thas­si­lo Haun: Lie­ber Gerd, auf­grund der gül­ti­gen Mit­glied­schaft in einem Ver­ein sind die Mit­glie­der beim jewei­li­gen Lan­des­sport­bund gemel­det und auch ent­spre­chend unfall­ver­si­chert. Im Rah­men der Mit­glie­der­lis­ten ist dar­auf zu ach­ten, dass alle akti­ven Mit­glied­schaf­ten genau auf­ge­führt sind und kei­ne Mel­dung einer akti­ven Mit­glied­schaft ver­ges­sen wird oder ein Neu­mit­glied bzw. eine reak­ti­vier­te Mit­glied­schaft ver­se­hent­lich »durch­rutscht«. In die­sem Fall bestün­de KEIN Ver­si­che­rungs­schutz und wenn genau die­sem Mit­glied etwas pas­siert, dann wird es teuer.

Offi­zi­el­le Mann­schafts­spie­le für den Ver­ein, egal ob auf der hei­mi­schen Anla­ge oder auf der Anla­ge des Geg­ners, sind eben­so mit­ver­si­chert, wie auch Trai­nings­ein­hei­ten in ange­mie­te­ten Hal­len, die nicht auf dem Ver­eins­ge­län­de stehen.

Was das Trai­ning angeht, so kommt es dar­auf an, ob es sich um ein Mit­glied oder ein Nicht-Mit­glied han­delt. Wer als Nicht-Mit­glied an einem Trai­ning teil­nimmt oder zu einem Mann­schafts­trai­ning zur Pro­be kommt, hat KEINEN Versicherungsschutz.

Wenn man bei sol­chen Trai­nings­an­ge­bo­ten neue Mit­glie­der und Mann­schafts­mit­glie­der akqui­rie­ren und gleich­zei­tig ruhig schla­fen möch­te, so emp­fiehlt sich eine Nicht-Mit­glie­der-Ver­si­che­rung für Pro­be­trai­nings. Schließt der Ver­ei­ne eine Nicht-Mit­glie­der-Ver­si­che­rung für Pro­be­trai­nings ab, so ist der Gast nicht nur wäh­rend sei­nes Pro­be­trai­nings ver­si­chert, son­dern auch auf sei­nem Rück­weg. Die­se Ent­schei­dung muss jeder Ver­ein für sich tref­fen. Ja, es kos­tet eine jähr­li­che Prä­mie. Aber in mei­nen Augen gehört dies zu einem pro­fes­sio­nel­len Ord­nungs­rah­men dazu.

Eine Anmer­kung noch zum The­ma »Unfall­ver­si­che­rung beim Fahrt­weg zum Trai­ning oder vom Trai­ning nach Hau­se«: Im Rah­men von klas­si­schen Arbeits­we­gen gilt, dass es sich um den DIREKTEN Weg von der Woh­nung zum Arbeits­ort han­deln muss, um ent­spre­chen­den Ver­si­che­rungs­schutz zu erhal­ten. Wenn ein Arbeit­neh­mer also auf dem direk­ten Weg zur Arbeit noch bei einem »Spezl« vor­bei­fährt, um sich sei­ne Play­sta­ti­on aus­zu­lei­hen und er dort hin­fällt und sich das Bein bricht, so leh­nen sehr vie­le Ver­si­che­rer eine Ver­si­che­rungs­leis­tung ab, da es sich nicht um den DIREKTEN Weg vom Wohn­ort zur Arbeits­stät­te handelte.

Im Fal­le von Mann­schafts­spie­len ist es so, dass es auch gestat­tet ist, wenn man Mann­schafts­kol­le­gin­nen und ‑kol­le­gen ein­sam­melt, damit nicht jeder in eige­nen Auto fährt, dadurch aber ein Umweg ent­steht. Den­noch emp­feh­le ich, dass die Din­ge vor­ab gut orga­ni­siert sind und die Wege der Fahr­ten auch im Nach­hin­ein sau­ber belegt wer­den kön­nen, soll­te im Fall der Fäl­le etwas auf dem Weg zum Aus­wärts­spiel passieren.

Um recht­lich auf der siche­ren Sei­te zu sein, emp­feh­le ich Dir und Dei­nem Geschäfts­füh­rer, sich ob der regio­na­len Aus­le­gung beim loka­len Lan­des­ver­band bzw. dem Lan­des­sport­bund ent­spre­chend über die The­ma­tik »Ver­si­che­rungs­schutz für Mit­glie­der bei An- & Abfahrt zum Trai­ning oder Mann­schafts­spiel« zu informieren.

 

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