Verdienter Lohn

Also das hat er sich wirklich verdient: Jan-Lennard Struff überzeugte beim diesjährigen Wimbledonturnier bislang mit seinem unbändigen Willen, sich ein Drittrundenmatch auf dem berühmtesten Tennisplatz der Welt, dem Centre-Court in Wimbledon, gegen den ohne jeden Zweifel besten und erfolgreichsten Tennisspieler aller Zeiten, Roger Federer, erarbeiten zu wollen. Zu Stande gekommen ist diese Konstellation recht kurios, lag der Warsteiner doch sowohl zum Auftakt gegen den Argentinier Leonardo Mayer, als auch in Runde Zwei gegen den Kroaten Ivo Karlovic jeweils mit 0:2 in Sätzen hinten. Vor allem auf Rasen die schwierigste aller Ausgangspositionen.

Solche Partien noch zu drehen, um sich selbst ein vermutlich einmaliges Erlebnis zu verschaffen, verlangt Charakterstärke. Jan-Lennard Struff ist sicher kein filigraner Edeltechniker, aber er ist ein begnadeter Fighter. Sympathisch und zurückhaltend noch dazu. Es sei ihm also gegönnt, den »Maestro« vor sicher atemberaubender Kulisse herauszufordern. Und wer Struff kennt, der weiß, dass dieser sich seinem Schicksal freiwillig sicher nicht ergeben wird. Er hat eigentlich keine Chance gegen den achtmaligen Wimbledon-Champion. Doch er wird versuchen, sie zu nutzen.

 

Autor: Christoph Kellermann
Photocredit:
Jürgen Hasenkopf

Juli 2018 · © tennisredaktion.de