Unwiderstehlicher Glaube

Von Christoph Kellermann.


13 lange Jahre ist es her, da bemühten sich vier deutsche Nachwuchsspieler auf »tennisredaktion.de« um eine Wildcard für das Hauptfeld des MercedesCup am Stuttgarter Weißenhof. Einer von ihnen war der damals blutjunge Mischa Zverev, dessen Bruder Sascha war zu jedem Zeitpunkt gerade einmal acht Jahre alt. Mit der Wildcard für Stuttgart hatte es damals nicht geklappt, die schnappte sich der heutige Kerber-Manager Aljosha Thron, dessen Karriere allerdings verletzungsbedingt bereits zu Ende war, ehe sie richtig begann.

Mischa Zverev ist hingegen bis zum heutigen Tag fester Bestandteil der ATP World Tour. Trotz vieler Verletzungen und inklusive zahlreicher »Ups and Downs«. Der ganz große Triumph blieb ihm trotz vieler starker Auftritte zunächst verwehrt. In Wirklichkeit stand er sogar vor dem Karriereenede. Im Sog des fantastischen Karrierestarts seines kleinen Bruders Sascha aber witterte Mischa Morgenluft. Die Belohnung für den unwiderstehlichen Glauben an sich selbst blieb nicht aus: Achtelfinale Australian Open, Davis-Cup-Einsätze und nun der lang ersehnte erste Einzelsieg auf der Tour. In Eastbourne schlug der Linkshänder nacheinander Nicolas Jarry, Steve Johnson, Denis Shapovalov, Mikhail Kukushkin und im Finale Lukas Lacko. Was für eine Generalprobe für Wimbledon! Auch dort möchte der gebürtige Moskauer weit kommen. Rasen ist schließlich wie gemacht für den Serve-and-Volley-Spezialisten wie Mischa Zverev.


Autor: Christoph Kellermann
Photocredit:
Jürgen Hasenkopf

Juli 2018 · © tennisredaktion.de