Tschüss, Flo!

Die Losfee meinte es bei den US Open nun wirklich nicht gut mit Florian Mayer, der in New York sein letztes Grand-Slam-Turnier überhaupt spielte. Auf Court Sieben verlor der Bayreuther in Runde Eins gegen den aufstrebenden Kroaten Borna Coric, verkaufte sich beim 2:6, 2:6, 7:5, 4:6 allerdings nochmal richtig teuer. Mayer, der in der Vergangenheit von vielen Spielern auf der Tour in schöner Regelmäßigkeit unterschätzt wurde, wird seine Karriere am Ende der Saison beenden.

Zugegeben, ich hatte ihn oft auf dem Kieker. Seine Schlafmützigkeit auf dem Court hat mich das eine oder andere Mal zur Weißglut gebracht. Dennoch hat er aus seinen Möglichkeiten viel mehr gemacht, als so manch` wesentlich talentierterer Kollege. Mayer hat auf der großen Tour lange oben mitgemischt und wollte es auch nach seinen Verletzungen und Krankheiten immer wieder noch mal wissen. Spätestens sein jüngster Comebackwille hat auch mich überzeugt. Seine ekligen Stopps, sein furchtbarer beidhändiger Volley sowie seine legendären eingesprungenen Rückhandbälle – dies alles werden wir vermissen. Florian Mayer will sich für den Tennissport nicht mehr quälen. Das ist zu respektieren.

 

Autor: Christoph Kellermann
Photocredit:
Jürgen Hasenkopf

August 2018 · © tennisredaktion.de