Vertragslaufzeiten

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Fra­ge an Thas­si­lo Haun: Hal­lo Herr Haun! Zunächst ein­mal Kom­pli­ment für Ihre bis­he­ri­gen Bei­trä­ge. Ich bin als Jugend­wart neu im Amt und habe eine Fra­ge zur Ver­trags­ge­stal­tung mit einem poten­ti­el­len Ver­eins­trai­ner. Wel­che Lauf­zeit soll­ten wir ver­trag­lich mit unse­rem neu­en Jugend­trai­ner ver­ein­ba­ren? Was ist markt­üb­lich? Auf der einen Sei­te wol­len wir dem Trai­ner ja eine gewis­se Per­spek­ti­ve bei uns zusi­chern, auf der ande­ren Sei­te wis­sen wir ja nicht, wie der Trai­ner ein­schla­gen wird und ob er sei­tens unse­rer Jugend und deren Eltern über­haupt ange­nom­men wird? Kann man Ver­trä­ge auch ein­sei­tig vor­zei­tig lösen, wenn es abso­lut nicht passt? Ich bedan­ke mich sehr für Ihre Bemü­hun­gen und Expertise.

Thassilo Haun
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Thas­si­lo Haun: Vie­len Dank für Ihre Nach­richt und das damit aus­ge­spro­che­ne Ver­trau­en in mei­ne Per­son! Wenn wir einen Blick zum Fuß­ball wer­fen, so sind dort mitt­ler­wei­le 3- bis 5‑Jahresverträge für Trai­ner mit ent­spre­chen­der Qua­li­tät markt­üb­lich gewor­den. Im Ten­nis ist es nach wie vor so, dass eini­ge Ten­nis­trai­ner nur mit unzu­rei­chen­den Ver­trä­gen aus­ge­stat­tet sind, teil­wei­se auf­grund von Unwis­sen­heit, teil­wei­se auf­grund man­geln­der Alternativen.

Ich gehe davon aus, dass Ihr poten­ti­el­ler Ver­eins­trai­ner im Rah­men sei­ner Bewer­bung neben Kopien sei­ner Trainerlizenz(en) und/oder Berufs­ab­schlüs­sen auch Arbeits­nach­wei­se und/oder Zeug­nis­se frü­he­rer Enga­ge­ments vor­ge­legt hat. Somit haben Sie bereits einen ers­ten Ein­druck, wer vor Ihnen steht. Ergän­zend dazu kann ein Anruf bei einem frü­he­ren Ver­ein nicht scha­den, da es nicht sel­ten vor­kommt, dass in Tätig­keits­nach­wei­sen nicht immer alles drin steht, was wis­sens­wert ist. Oft erfah­ren Sie in einem Tele­fo­nat mit dem Vor­stand des vor­he­ri­gen Ver­eins ent­schei­den­de Details für oder gegen einen Kan­di­da­ten. Wenn ein Kan­di­dat nichts zu ver­heim­li­chen hat, wird er die­ser tele­fo­ni­schen Kon­takt­auf­nah­me auch zustimmen.

Auf­grund mei­ner Erfah­rung hal­te ich es für wich­tig, dar­auf zu ach­ten, ob der Kan­di­dat eine gül­ti­ge Trai­ner­li­zenz vor­wei­sen kann oder nicht, ob sich der Kan­di­dat den vor­ge­schrie­be­nen Fort­bil­dun­gen unter­zo­gen hat oder nicht und ob er sich zusätz­lich fort­ge­bil­det hat. Denn hier­aus las­sen sich Fak­to­ren wie Eigen­mo­ti­va­ti­on und Arbeits­qua­li­tät ableiten.

Kann der Kan­di­dat aus­sa­ge­kräf­ti­ge Refe­ren­zen vor­le­gen und ver­fügt er zeit­gleich über vie­le Jah­re Berufs­er­fah­rung, so steht einem 2- oder 3‑Jahresvertrag nichts ent­ge­gen. Ich emp­feh­le Ihnen aber, dass sie sich für das ers­te Jahr ein Son­der­kün­di­gungs­recht sichern, soll­te der Kan­di­dat trotz bes­ter Refe­ren­zen und Erfah­rung doch nicht bei den Mit­glie­dern ankom­men. Denn schließ­lich tickt ja jeder Ver­ein ein biss­chen anders und oft passt es trotz bes­ter Refe­ren­zen nicht zusam­men. Ent­schei­den Sie sich für einen jün­ge­ren Kan­di­da­ten, der erst am Anfang sei­ner Trai­ner­lauf­bahn steht und daher noch nicht viel vor­le­gen kann, so spricht nichts gegen eine kür­ze­re Lauf­zeit zu Beginn (z.B. ein Jahr) — ver­bun­den mit der Opti­on, dass sich die geschlos­se­ne Ver­ein­ba­rung vor­zei­tig um zwei Jah­re ver­län­gert, wenn es für bei­de Sei­ten passt und bis zum »Ter­min X« nichts Gegen­tei­li­ges ver­ein­bart wur­de. Somit hat auch der jün­ge­re Kan­di­dat die Chan­ce, sich eine lang­fris­ti­ge Per­spek­ti­ve auf­zu­bau­en. Ich selbst hat­te eine sol­che Ver­ein­ba­rung bei mei­ner ers­ten Trai­ner­sta­ti­on. Die­ser Pas­sus moti­vier­te mich zusätz­lich. Aus einem Jah­res­ver­trag wur­den am Ende sage und schrei­be sechs Jah­re am Stück.

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