Halfcourt-Topspin-Volley

Julia Görges
© Hasenkopf

Mal ehr­lich, wer träumt nicht davon, das Spiel qua­si aus dem Nichts mit einem gezo­ge­nen Top­spin-Vol­ley schnell machen zu kön­nen? Situa­tio­nen, in denen man die­sen Schlag, den ich per­sön­lich zu den Spe­zi­al­schlä­gen zäh­le, ein­set­zen kann, gibt es im Match reich­lich. So kann der Top­spin-Vol­ley aus dem Hin­ter- oder Halb­feld als »Rhyth­mus­bre­cher« die­nen, wenn der Geg­ner rei­hen­wei­se hohe und lan­ge Mond­bäl­le spielt und Dich hier­durch nicht nur nach hin­ten drän­gen, son­dern wohl­mög­lich auch zum Wahn­sinn brin­gen möch­te. Aber auch und gera­de wenn Du Dich selbst bereits deut­lich im Feld befin­dest und der Geg­ner mit einer sehr guten Län­ge agiert, ist ein offen­siv und schnell gespiel­ter Vol­ley oft die ein­zi­ge Mög­lich­keit, die Situa­ti­on zu sei­nen eige­nen Guns­ten zu ret­ten. Frei­wil­lig jeden­falls soll­test Du Dich im Ball­wech­sel nicht nach hin­ten drän­gen las­sen, das mal als Grundregel.

Jörg Linden
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Was ist zu beach­ten, um einen erfolg­rei­chen, offen­si­ven Top­spin-Vol­ley zu set­zen? Nun, zunächst ein­mal bedarf es einer gewis­sen Por­ti­on Mut und Selbst­ver­trau­en, die­sen Schlag über­haupt in Erwä­gung zu zie­hen. Agierst Du halb­her­zig wird die­ses Unter­fan­gen bereits im Vor­feld schei­tern. Du musst auf die Gele­gen­heit, den Ball auch aus dem hin­te­ren Bereich des Fel­des aus der Luft zu neh­men, regel­recht lau­ern. Der Geg­ner muss wis­sen, dass er von Dir gna­den­los bestraft wird, wenn er den Ball zwar lang, aber mit wenig Här­te über die Mit­te spielt. Das wird ihn zusätz­lich unter Druck set­zen und zu Feh­lern verleiten.

Punkt wirk­lich zu Ende spielen

Zur Tech­nik: Ach­te dar­auf, dass Du Dich nicht ker­zen­ge­ra­de an den Ball her­an bewegst, son­dern schon ordent­lich auf Vor­span­nung bist. Lei­te Dei­ne Aus­hol­be­we­gung recht­zei­tig ein und schau dass Dein Racket — wie beim nor­ma­len Grund­schlag auch — in einen tie­fen Punkt der Schlei­fe fällt, damit du den Schlä­ger­kopf mit viel Schwung von unten nach vor­ne oben beschleu­ni­gen kannst. Zu den Kar­di­nal­feh­lern bei die­sem Schlag gehört sicher­lich, dass der Schlä­ger zu häu­fig von oben an den Ball geführt wird und der Kör­per vom Treff­punkt weg rotiert. Des­halb nimm eine extrem seit­li­che Posi­ti­on ein, und bau Dich ver­nünf­tig auf! Dreh‘ Dich mit einem per­fek­ten Timing in den Treff­mo­ment hin­ein. Das Gewicht wird hier­bei durch den Treff­punkt hin­durch bewegt. So bist Du gera­de­wegs auf dem Weg zum Netz und kannst Dei­nem Ball in Schlag­rich­tung fol­gen. Mit einem Top­spin-Vol­ley machst Du das Spiel schnell und lässt Dei­nem Geg­ner, sofern Du Dei­nen Ball auch noch ver­nünf­tig plat­zie­ren kannst, kaum Zeit, sich wie­der in eine gute Aus­gangs­po­si­ti­on zu brin­gen. Bei einem erst­klas­si­gen Top­spin-Vol­ley ist für den Geg­ner ein akzep­ta­bler »Save« kaum mög­lich. Rücke aber unbe­dingt vor, denn spä­tes­tens wenn Dein Top­spin-Vol­ley Dir noch nicht den direk­ten Punkt gebracht hat, musst Du den nächs­ten Ball vor­ne am Netz noch abräu­men. Nimm die­sen fina­len Schlag dann aber auf gar kei­nen Fall auf die leich­te Schul­ter! Spiel‘ den Punkt kon­zen­triert zu Ende und ern­te Dei­ne Früchte.

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