Thema: Zielfelder

Kindertennis
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Wer kein Ziel hat, kann auch kei­nes errei­chen und kann auch kei­nen Erfolg haben. Kin­der brau­chen rea­lis­ti­sche, moti­vie­ren­de Zie­le. Das Kin­der­trai­ning lebt durch Punkt­ab­schlüs­se und Wett­be­wer­be. Ten­nis wird durch den Trai­ner für die Kin­der durch den Ein­zel- oder Team­wett­be­werb attrak­tiv gestal­tet und dazu gehört als High­light einer jeden Trai­nings­ein­heit immer das »Punk­te erzielen«.

Selbst­ge­steck­te Zie­le sind die bes­te Moti­va­ti­on, eine sport­li­che Her­aus­for­de­rung zu meis­tern. Das rea­lis­tisch gesetz­te und vor allem erreich­ba­re Ziel ist hier­bei eine der zen­trals­ten Auf­ga­ben­stel­lun­gen von Sei­ten des Trai­ners. Wird das gesteck­te Ziel erreicht, so ist dies in aller Regel mit einem Moti­va­ti­ons­schub ver­bun­den. Ähn­lich ver­hält es sich im Trai­ning auf dem Ten­nis­platz. Für hohen Auf­for­de­rungs­cha­rak­ter bei den Trai­nie­ren­den sor­gen Ziel­fel­der oder Zie­le, die mit einer bestimm­ten Auf­ga­ben­stel­lung getrof­fen wer­den sol­len. Beson­ders bei Kin­dern ist die­se Art der Moti­va­ti­ons­stei­ge­rung sehr effek­tiv und hilf­reich. Der Auf­bau von Zie­len ermög­lichst das ange­pass­te und dosier­te Spiel. Das unkon­trol­lier­te Ball­schla­gen wird dadurch deut­lich vermindert.

Reimar Bezzenberger
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Die Grö­ße und Form der Ziel­fel­der las­sen sich indi­vi­du­ell und belie­big an den jewei­li­gen Kön­nens­stand anpas­sen. Die Ver­än­de­rung der Ziel­grö­ßen soll­te so gestal­tet wer­den, dass dies schnell und ein­fach durch­führ­bar ist. Je nach Spiel­stär­ke oder Übungs­ziel der gestell­ten Auf­ga­be kann die Übung erschwert oder erleich­tert wer­den. Mar­kie­rungs­li­ni­en las­sen sich schnell ver­schie­ben und die Ziel­fel­der wer­den grö­ßen­mä­ßig je nach Auf­ga­ben­stel­lung ange­passt. Ide­al eig­nen sich rutsch­fes­te Boden­mar­kie­run­gen. Man kann je nach Boden­be­schaf­fung Krei­de­li­ni­en auf­brin­gen oder Tape­band auf­kle­ben. Die Lini­en müs­sen nicht voll­stän­dig durch­ge­zo­gen wer­den. Es reicht, wenn kur­ze, von­ein­an­der wei­ter ent­fern­te Lini­en auf­ge­tra­gen wer­den, die die Fel­der andeu­ten. Je nach Bedarf las­sen sich somit die Ziel­fel­der schnell anpassen.

In der Trai­nings­pra­xis ist immer wie­der zu beob­ach­ten, wie schnell Spie­ler beim Trai­ning unter Nut­zung von Ziel­fel­dern oder Zie­len ler­nen, z.B. eine mar­kier­te Zone nicht zu tref­fen oder wie schnell sie ver­ste­hen, jeden ein­zel­nen Schlag ziel­ori­en­tiert durch­zu­füh­ren und den Ball ganz bewusst zu plat­zie­ren und nicht plan­los in das gegen­über­lie­gen­de Feld zu schla­gen. Kin­der ler­nen sehr schnell die Geo­me­trie des Ten­nis­plat­zes zu ver­ste­hen und der Spiel­auf­ga­be ent­spre­chend prä­zi­se zu schla­gen. Sie eig­nen sich situa­tiv Spiel­zü­ge an, die sie im Match pro­blem­los umset­zen können.

Die Spie­ler sol­len mit Hil­fe von Ziel­fel­dern ler­nen, tak­tisch rich­tig zu han­deln. Sie sol­len dabei ihre vor­han­de­nen Tech­ni­ken so ein­set­zen, dass sie über eine brei­te Varia­bi­li­tät an Lösungs­mög­lich­kei­ten ver­fü­gen. Beson­ders bei Spiel­an­fän­gern muss damit gerech­net wer­den, dass Bäl­le noch rela­tiv oft gestreut und unprä­zi­se gespielt wer­den. Der eigent­li­che Sinn, mit Ziel­fel­dern zu agie­ren, liegt dar­in, die man­geln­de Schlag­prä­zi­si­on stu­fen­wei­se durch sys­te­ma­ti­sche Aus­bil­dung zu besei­ti­gen und die Hand­lungs­mög­lich­kei­ten der Spie­ler zu erwei­tern. Ange­passt an das Leis­tungs­ver­mö­gen und die jewei­li­ge Alters­klas­se las­sen sich Wett­be­wer­be mit Punk­ter­fol­gen in das erleb­nis- und wett­be­werbs­ori­en­tier­te Kin­der­trai­ning inte­grie­ren. In Übungs­ab­läu­fen sol­len, je jün­ger die Kids umso wich­ti­ger, immer Wett­be­wer­be mit Punk­ter­fol­gen ange­bo­ten wer­den und zwar so, dass mög­lichst vie­le Erfolgs­er­leb­nis­se rea­li­siert werden.

Ent­spre­chend ist der Schwie­rig­keits­grad einer Übung aus­zu­wäh­len und anzu­pas­sen. Lan­ge War­te­zei­ten gilt es zu ver­mei­den, denn sie sind kei­nes­falls pro­duk­tiv. Bei Punkt­spie­len oder Wett­be­wer­ben ist das Spiel immer mit Gewin­nern und Ver­lie­rern ver­bun­den. Dies för­dert nach­hal­tig die Sozi­al­kom­pe­tenz der Kin­der. Sie lie­ben es, sich unter­ein­an­der sport­lich zu mes­sen und es bringt dar­über hin­aus Span­nung in das Trai­ning. Dem Trai­ner soll­te wäh­rend der Wett­spie­le das Gewin­nen oder Ver­lie­ren gleich­gül­tig sein. Er ver­folgt viel­mehr sei­ne Zie­le, die Trai­nings­be­geis­te­rung zu stei­gern und sei­ne Trai­nings­zie­le umzusetzen.

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