Thema: Zielfelder

Wer kein Ziel hat, kann auch keines erreichen und kann auch keinen Erfolg haben. Kinder brauchen realistische, motivierende Ziele. Das Kindertraining lebt durch Punkteabschlüsse und Wettbewerbe. Tennis wird durch den Trainer für die Kinder durch den Einzel- oder Teamwettbewerb attraktiv gestaltet und dazu gehört als Highlight einer jeden Trainingseinheit immer das »Punkte erzielen«.

Selbstgesteckte Ziele sind die beste Motivation, eine sportliche Herausforderung zu meistern. Das realistisch gesetzte und vor allem erreichbare Ziel ist hierbei eine der zentralsten Aufgabenstellungen von Seiten des Trainers. Wird das gesteckte Ziel erreicht, so ist dies in aller Regel mit einem Motivationsschub verbunden. Ähnlich verhält es sich im Training auf dem Tennisplatz. Für hohen Aufforderungscharakter bei den Trainierenden sorgen Zielfelder oder Ziele, die mit einer bestimmten Aufgabenstellung getroffen werden sollen. Besonders bei Kindern ist diese Art der Motivationssteigerung sehr effektiv und hilfreich. Der Aufbau von Zielen ermöglichst das angepasste und dosierte Spiel. Das unkontrollierte Ballschlagen wird dadurch deutlich vermindert.

Die Größe und Form der Zielfelder lassen sich individuell und beliebig an den jeweiligen Könnensstand anpassen. Die Veränderung der Zielgrößen sollte so gestaltet werden, dass dies schnell und einfach durchführbar ist. Je nach Spielstärke oder Übungsziel der gestellten Aufgabe kann die Übung erschwert oder erleichtert werden. Markierungslinien lassen sich schnell verschieben und die Zielfelder werden größenmäßig je nach Aufgabenstellung angepasst. Ideal eignen sich rutschfeste Bodenmarkierungen. Man kann je nach Bodenbeschaffung Kreidelinien aufbringen oder Tapeband aufkleben. Die Linien müssen nicht vollständig durchgezogen werden. Es reicht, wenn kurze, voneinander weiter entfernte Linien aufgetragen werden, die die Felder andeuten. Je nach Bedarf lassen sich somit die Zielfelder schnell anpassen.

In der Trainingspraxis ist immer wieder zu beobachten, wie schnell Spieler beim Training unter Nutzung von Zielfeldern oder Zielen lernen, z.B. eine markierte Zone nicht zu treffen oder wie schnell sie verstehen, jeden einzelnen Schlag zielorientiert durchzuführen und den Ball ganz bewusst zu platzieren und nicht planlos in das gegenüberliegende Feld zu schlagen. Kinder lernen sehr schnell die Geometrie des Tennisplatzes zu verstehen und der Spielaufgabe entsprechend präzise zu schlagen. Sie eignen sich situativ Spielzüge an, die sie im Match problemlos umsetzen können.

Die Spieler sollen mit Hilfe von Zielfeldern lernen, taktisch richtig zu handeln. Sie sollen dabei ihre vorhandenen Techniken so einsetzen, dass sie über eine breite Variabilität an Lösungsmöglichkeiten verfügen. Besonders bei Spielanfängern muss damit gerechnet werden, dass Bälle noch relativ oft gestreut und unpräzise gespielt werden. Der eigentliche Sinn, mit Zielfeldern zu agieren, liegt darin, die mangelnde Schlagpräzision stufenweise durch systematische Ausbildung zu beseitigen und die Handlungsmöglichkeiten der Spieler zu erweitern. Angepasst an das Leistungsvermögen und die jeweilige Altersklasse lassen sich Wettbewerbe mit Punkterfolgen in das erlebnis- und wettbewerbsorientierte Kindertraining integrieren. In Übungsabläufen sollen, je jünger die Kids umso wichtiger, immer Wettbewerbe mit Punkterfolgen angeboten werden und zwar so, dass möglichst viele Erfolgserlebnisse realisiert werden.

Entsprechend ist der Schwierigkeitsgrad einer Übung auszuwählen und anzupassen. Lange Wartezeiten gilt es zu vermeiden, denn sie sind keinesfalls produktiv. Bei Punktspielen oder Wettbewerben ist das Spiel immer mit Gewinnern und Verlierern verbunden. Dies fördert nachhaltig die Sozialkompetenz der Kinder. Sie lieben es, sich untereinander sportlich zu messen und es bringt darüber hinaus Spannung in das Training. Dem Trainer sollte während der Wettspiele das Gewinnen oder Verlieren gleichgültig sein. Er verfolgt vielmehr seine Ziele, die Trainingsbegeisterung zu steigern und seine Trainingsziele umzusetzen.

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