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Userfrage: „Guten Tag und schönen ersten Advent, lieber Herr Hofen! Ich finde Ihre Rubrik in diesem Expertenforum sehr, sehr gut und möchte Ihnen zu Ihren Beiträgen gratulieren! Ich hoffe, dass Sie auch für mich wertvolle Ratschläge parat haben! Meine Frage bezieht sich auf die so genannten Bildzeilen oder wohl auch Bildunterschriften. Was ist da bei der Weitergabe von Fotos an die Lokalredaktionen oder bei der eigenen Publikation in unserer Vereinszeitung zu beachten? Ist eine Bildzeile journalistische Pflicht oder gibt es Ausnahmen, wo man sie weglassen kann. Nicht immer kennt man ja alle Personen auf den Fotos und manchmal sind es auch einfach zu viele…“

Lieber Bernhard!

Zunächst einmal ein herzliches Dankeschön für Ihre positive Bewertung meiner Ratschläge. Mein Bestreben wird es auch weiterhin sein, inhaltlich Sinnvolles mitzuteilen. In diesem Fall gilt es auch für Ihre Fragen. Die Frage nach Bildzeilen beantwortet sich eigentlich von allein! Was bringt die Veröffentlichung eines Bildes, wenn nirgendwo steht, wer denn eigentlich darauf abgebildet ist? Ohne Vor- und Zunamen hat das Bild demzufolge keine Aussagekraft und auch keinen Stellenwert, denn niemand kennt die Personen. Außer die Betroffenen selber, aber mit dem Bildmotiv wollen Sie ja eine mediale Wirkung und eine gewisse Aufmerksamkeit erzielen. Also nie ein Bild ohne Nennung der Namen veröffentlichen. Genauso wichtig ist allerdings auch die Nennung des Fotografen. Ein Bild ohne Copyright kann bei einer Veröffentlichung finanzielle Folgen von Seiten des Rechteinhabers, sprich: des Fotografen, nach sich ziehen.

Ihr Hinweis, man kennt ja nicht alle Personen, lasse ich nicht gelten. Wenn Sie selber das Foto »geschossen« haben, dann fragen Sie die fotografierten Personen nach ihren Vor- und Zunamen. Dabei können Sie auch gleich die Datenschutzfrage klären, ob die Personen mit einer Veröffentlichung einverstanden sind. Außer es handelt sich um eine öffentliche Veranstaltung, wo der oder die Betroffene damit rechnen muss, dass er oder sie fotografiert wird. Noch ein Tipp, wie man Bilder mit einer großen Ansammlung von Personen verhindern kann, zumal doch ein jeder gerne auf das Bild möchte. Machen Sie doch zuerst dieses Bild mit allen Personen, denn dann ist zunächst bei jedem Einzelnen der fotografische Wunsch befriedigt. Anschließend stellen Sie kleine Gruppen zusammen, wo die Anzahl der Personen übersichtlicher ist. Die Zusammenstellung kann sich nach Sieger und Finalisten, Organisatoren und Turnierleitung, Eltern und Mannschaft etc. richten. Da sind Ihrem Erfindungsreichtum keine Grenzen gesetzt. Dies ist zwar manchmal etwas aufwändiger, aber die Veröffentlichung des Bildes mit Vor- und Zunamen bringt mehr Aufmerksamkeit ein, als zum Beispiel ein Bild mit dem simplen Hinweis: »Sieger und Platzierte beim…« Da freut sich höchsten derjenige darüber, der sich erkannt hat. Aber Öffentlichkeitsarbeit ist das nicht.

Frank Hofen

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Frank Hofen ist seit November 2019 im Kompetenz-Team von »Tennisredaktion.de«. Die Turnierhistorie der GERRY WEBER OPEN wird immer mit dem Namen des renommierten Sportjournalisten verbunden bleiben. Vom ersten Aufschlag an im Jahre 1993 bis zur 25. Auflage im Jahre 2017 war Frank Hofen das mediale Gesicht des Turniers. Er konzipierte PR-Konzepte, leitete hunderte von Pressekonferenzen und moderierte Stars aus Sport- und Showbusiness professionell durch Veranstaltungen. Für seine weltweite Medienarbeit wurde er von der ATP (Internationale Organisation der Turnierveranstalter und Tennisprofis) in den Jahren 2002 und 2012 mit dem »ATP Award of Excellence Best Media« ausgezeichnet. Aktuell erarbeitet er Medien- und PR-Konzepte für die Stadt HalleWestfalen, für weltweit tätige Konzerne und pflegt zudem sein mediales Netzwerk, welches er sich mit seiner Agentur »hofmedia« erarbeitet hat.

www.hofmedia.de