Tennisrollstühle

Userfrage: „Hallo Peter! Meine erste Frage bezieht sich auf Dich. Ich lese bei Deiner Vorstellung auf diesem Portal »ehemaliger« Weltklassespieler. Heißt, Du spielst nicht mehr international? Weshalb hast Du aufgehört oder bist Du doch noch international auf Tour?! Meine eigentliche Frage aber: Wie viel Bedeutung misst Du dem Rollstuhl zu? Welches Material wird bei den Profistühlen verbaut? Es wäre schön, wenn Du als Experte etwas zum Bau und zu den Kosten eines Tennisrollstuhls sagen könntest!“

Peter Seidl: „Ich spiele schon noch unregelmäßig Turniere, aber zu selten, um noch gut in der Weltrangliste mitmischen zu können. Es ist auch ein bisschen frustrierend, dass es keine Behinderungsklassen im Rollstuhltennis gibt und man sich als »richtiger Rolli mit Querschnitt« immer häufiger Gegner gegenübersieht, die den Rolli nur zum Sport benutzen.

Zu Deiner eigentlichen Frage: Natürlich ist es sehr wichtig, einen gut angepassten Tennisrolli zu haben. Der Rollstuhl ist sozusagen »unser Körper«, mit dem wir uns zum Ball bewegen. Sehr gute Stühle sind aus Aluminium oder Carbon festverschweißt und kosten ab 5.000 Euro aufwärts. Man wird aufgrund seines Körpers und seiner Behinderung ausgemessen und der Stuhl wird im Spezialbau für den jeweiligen Spieler gebaut. Für Hobbyspieler gibt es aber schon deutlich preisgünstige(re) Stühle, die verstellbar sind, da man anfangs seine perfekte Sitzposition natpürlich noch nicht kennt. Diese Stühle gibt es schon ab 2.500 Euro. Als freier Mitarbeiter bin ich für das Unternehmen »ottobock« im Einsatz und immer häufiger unterwegs, um Stühle für die Spieler auszumessen.”

Autor: Peter Seidl
Photocredit: Tennisredaktion.de
August 2018 · © Tennisredaktion.de