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Liebe Tennisfreunde!

»Tennis ist toll!« – wenn wir es dazu machen. Aber wie? In fast allen Sportverbänden sinken seit Jahren die Mitgliederzahlen. So auch im Deutschen Tennis Bund. Kommt Tennis aus der Mode? Hat die Sportart Tennis Probleme? Was muss gemacht werden? Sicher kann man festhalten, dass der Trend zum Vereinssport in allen Sportarten rückläufig ist. »Trendsportarten« sind hierbei eine große Konkurrenz und »E-Sport« für viele Jüngere eine Alternative. Aber Trendsportarten kommen und gehen und E-Sport ist zwar ein schöner Zeitvertreib, kann aber doch mit realen Sportarten nicht wirklich verglichen werden.

Dirk Hordorff
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In der Altersgruppe bis 14 Jahre haben wir im Tennis aktuell mehr Mitglieder, als es in der Hochzeit des Deutschen Tennis Bundes mit fast 2,5 Millionen Mitgliedern der Fall war. Ab dem 14. Lebensjahr aber verlieren wir die Mitglieder – und das hält dann meist bis zu einem Alter von 35 bis 40 Jahren an! Gründe gibt es viele. Aber im Wesentlichen sind es die veränderten gesellschaftlichen Voraussetzungen, auf die wir bessere Antworten finden müssen.

Ganztagsschule mit geringerer Zeit am Nachmittag für die Schüler, mehr Wechsel zu nicht heimatnahen Universitäten mit vermehrten Auslandsstudien, größere Flexibilität und Mobilität beim Arbeitsplatz, geändertes Berufsleben gerade bei Frauen sind da im Wesentlichen zu nennen. Da ist kein Jammern angesagt, sondern das Finden von Antworten! Nicht der »Kunde Tennisspieler« liegt falsch. Vielmehr ist es nun die Aufgabe des Verbandes, ein Angebot für den »Kunden Tennisspieler« zu finden, welches er für gut erachtet. Und da gibt es eine Menge zu reformieren und umzukrempeln.

Erstmal müssen wir einsehen, dass wir anscheinend gar nicht genug zugehört haben. Zuhören muss man als Unternehmen bei seinem Kunden. Man muss sich fragen, was ihm an meinem Produkt gefällt und was nicht. Warum er es eventuell nicht kauft. Was ich ändern muss, um das Produkt für den Kunden interessant zu machen.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass wir dazu nicht bereit sind. Vielmehr versuchen wir, dem Kunden zu erklären, dass der Fehler bei ihm zu suchen wäre. Dass unser Produkt – so wie wir glauben, das es gut ist – der »Kunde Tennisspieler« auch für gut ansehen sollte. Und sind enttäuscht, wenn er nicht so handelt.

Deshalb ist es für alle künftigen Maßnahmen und Aktionen enorm wichtig, dass wir auf die Tennisspieler hören und sie miteinbeziehen. Die Digitalisierung wird hierzu einen Beitrag leisten. Wir werden anhand der Daten die Bedürfnisse der Tennisspieler viel schneller als bisher erkennen und uns darauf einstellen. Und wir können viel besser mit dem Tennisspieler kommunizieren. Das erleichtert uns, die richtigen Entscheidungen zu fällen.

Je älter ich werde, um so mehr schwerer fällt es mir, die Bedürfnisse der Jugend und der jungen Menschen zu verstehen. Deshalb ist auch ein wichtiger Baustein, dass es uns gelingt, immer mehr junge Menschen und vor allem auch Frauen in verantwortungsvolle Positionen in die Vereine, Landesverbände und den DTB zu bringen. Damit wären wir breiter aufgestellt und wir würden so ganz sicher auch mehr Menschen erreichen. Und deren Bedürfnisse besser verstehen.

Euer Dirk Hordorff

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