Tennis Europe II

Stephan Medem
© AINFACH.com

TENNIS EUROPE – was dafür spricht: Es ist vor allem für regio­nal erfolg­rei­che Spie­ler wich­tig, über ihren Tel­ler­rand hin­aus Ver­gleichs­mög­lich­kei­ten zu bekom­men und damit ihre Leis­tung bes­ser ein­ord­nen zu kön­nen. Das inter­na­tio­na­le Flair, die pro­fes­sio­nel­le Durch­füh­rung der TE-Tur­nie­re sind mit Sicher­heit eine hilf­rei­che Moti­va­ti­ons­sprit­ze für Teen­ager. Jun­ge Ten­nis­cracks kön­nen über ihre Lan­des­gren­zen hin­aus Freund­schaf­ten schlie­ßen. Die Jagd nach TE-Punk­ten und TE-Rang­lis­ten­po­si­tio­nen kann sich leis­tungs­stei­gernd bemerk­bar machen. Unab­hän­gig davon, ob dein Kind/Tennisschüler nun regio­nal, natio­nal oder eben inter­na­tio­nal sei­ne Tur­nier­er­fah­run­gen sam­melt. Eine Grund­re­gel soll­te nicht ver­ges­sen wer­den: Der rich­ti­ge Mix macht’s: ein Drit­tel Matches, die man gewin­nen soll­te, ein Drit­tel mit einer fifty/fifty Wahr­schein­lich­keit und ein Drit­tel gegen bes­se­re Geg­ner mit einer  Außenseiter-Chance.

TENNIS EUROPE – was dage­gen spricht

Kin­der in den Alters­klas­sen U12/14 auf TE-Tur­nie­ren spie­len zu las­sen, hal­te ich für gro­ben Unfug. Hier rei­chen regionale/nationale Tur­nie­re völ­lig aus. Die Jagd auf TE-Punk­te bzw. Rang­lis­ten­plät­ze ver­lei­tet dazu, über­trie­ben vie­le Tur­nie­re zu spie­len. Kids ver­lie­ren den »Biss‘« Es wer­den teil­wei­se immense Anfahr­ten und Tur­nier­kos­ten ver­ur­sacht, die in kei­nem Ver­hält­nis zum »Ertrag« ste­hen. Es wird ja noch kein Preis­geld gewon­nen. Ein paar hüb­sche Poka­le, Urkun­den und Sach­prei­se aus­ge­nom­men. Bei erfolg­rei­chen TE-Spie­lern ist die Gefahr groß, zu früh erfolgs­ver­wöhnt zu wer­den. Wie soll sich so jemand spä­ter durch die Qua­li­fi­ka­ti­ons-Müh­len irgend­wo im Nie­mands­land auf den klei­nen Events der ATP- und WTA-Tour kämp­fen kön­nen?! Durch die Über­be­wer­tung von TE-Punk­ten, auch für die natio­na­len Rang­lis­ten, wird Viel­spie­le­rei zusätz­lich belohnt und gleich­zei­tig die Attrak­ti­vi­tät deut­scher Tur­nie­re gemin­dert. Ich habe in mei­nem per­sön­li­chen Umfeld schon zu vie­le Fäl­le erlebt, in wel­chen wirk­lich talen­tier­te Spie­ler von inkom­pe­ten­ten Trai­nern und fana­ti­schen Eltern ver­heizt wur­den. Was bringt es einem Kind tat­säch­lich, mit z.B. vier­zehn Jah­ren die Num­mer Fünf von Euro­pa zu sein? Gar nichts! Spie­ler müs­sen dann in Top-Ver­fas­sung sein, wenn ein even­tu­el­ler Über­gang zu den Pro­fis ins Auge gefasst wer­den kann. Die Aus­sa­ge »Hier wer­den Stars gebo­ren« ist Bull­shit! Cham­pions wer­den nicht gebo­ren, sie wer­den gemacht. Im Training.

  » Ste­phans bis­he­ri­ge Beiträge…