Tatjanas erstes Mal…

Das »erste Mal« ist immer etwas Besonderes. So wird Tatjana Maria den heutigen 24. Juni 2018 sicher für immer in besonderer Erinnerung behalten. Nach 95 Final-Minuten gewann sie nämlich mit den »Mallorca Open« ihr erstes WTA-Turnier überhaupt. Und das nach einer sportlichen Durststrecke im laufenden Jahr, die ihresgleichen sucht. Gerade einmal drei Matches konnte sie im ersten Halbjahr gewinnen, dem standen bis zu Beginn der »Mallorca Open« satte 15 Niederlagen gegenüber. Vorläufiger Negativhöhepunkt war sicherlich das 0:6, 0:6 in Runde Eins von Straßburg gegen Anastasiya Pavlyuchenkova aus Russland.

Auf Mallorca passte in dieser Woche dann aber irgendwie alles. Mit drei hart umkämpften Siegen über starke Konkurrenz und einem Zweisatzerfolg über die Hamburgerin Carina Witthöft erreichte die Bad Saulgauerin das Endspiel, in dem sie der Lettin Anastasija Sevastova mit ihrem 6:4, 7:5-Erfolg das Nachsehen gab. Es sei der 30-jährigen jungen Mutter mehr als gegönnt. Ich selbst kann mich noch an ihren Turniersieg 2005 beim Internationalen Pfingstpokal in Lünen erinnern. Dort schnappte sie sich in der Provinz den Siegerpokal und ein kleines Preisgeld und dort zeigte sie sich ganz verdutzt, als ein kleines Mädchen ein Autogramm wollte. Zwölf Jahre später schnappt sie sich satte 280 Weltranglistenpunkte und 34.677 Euro Preisgeld. Damals wie heute besticht Tatjana Maria durch Freundlichkeit und gute Laune. Einzig Nachname und die Rückhand gaben sich verändert. Damals hieß sie noch Malek und zählte zu den Beidhändern. Ab Montag wird Tatjana Maria wieder unter den Top 50 notiert sein. Klasse Leistung bei einem Turnier, in dem Angelique Kerber bereits in Runde Eins scheiterte.

 

Autor: Christoph Kellermann
Photocredit:
Jürgen Hasenkopf

Juni 2018 · © tennisredaktion.de