Super, Struffi!

Von Christoph Kellermann.

Was für eine wundersame Reise unternimmt dieser Jan-Lennard Struff da eigentlich gerade? Noch bis vor ganz kurzer Zeit glaubte man, dieser westflälische Hüne hätte als solider Top-100-Spieler ganz gewiss seinen Zenit erreicht und das Bestmögliche aus seinen Möglichkeiten herausgeholt, da schlägt er gemeinsam mit seinem Erfolgs-Coach Carsten Arriens sein zweites Karrierekapitel auf, mit dem vorläufigen Höhepunkt des Achtelfinaleinzugs bei den French Open, wo »Struffi« erst am serbischen Weltranglistenersten Novak Djokovic scheiterte. Erstmals fotografiert habe ich ihn 2003 beim Leistungsvergleich der Nordverbände im westfälischen Ickern. Schon damals mit gerade einmal 13 Jahren war er talentiert und gut, aber eine solche Karriere hätte wohl niemand gewagt zu prophezeien.

Kollegen wie Next-Gen-Star Denis Shapovalov schlägt er mittlerweile nach Belieben und auch die Top-Ten-Spieler Alexander Zverev sowie der Kroate Marin Cilic oder der Grieche Stefanos Tsitsipas mussten in diesem Jahr schon dran glauben. Die Top-40 sind schon geknackt. Überhaupt keine Frage: Jan-Lennard Struff wird noch weiter vorrücken. Bescheiden, heimlich, still und leise. Der Warsteiner punktet nicht nur durch seine unbekümmerte Spielweise, er ist darüber hinaus auch höchst sympathisch unterwegs. Mittlerweile als Deutsche Nummer Zwei, gleich hinter Zverev, dem amtierenden Weltmeister.

Juni 2019 · Photocredit: Jürgen Hasenkopf/Tennisredaktion.de