Strukturierte Medienarbeit

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Fra­ge an Frank Hof­en: Hal­lo Herr Hof­en! Mei­ne Fra­ge an Sie: Soll­te der heu­ti­ge moder­ne Ten­nis­ver­ein zwin­gend in den sozia­len Netz­wer­ken wie Face­book oder Insta­gram Prä­senz zei­gen oder sind die klas­si­schen Medi­en wie Tages­zei­tung sowie eine eige­ne Web­sei­te wich­ti­ger und aus­rei­chend, um sei­ne Mit­glie­der bes­tens zu infor­mie­ren und poten­ti­el­le Mit­glie­der neu­gie­rig zu machen?! 

Frank Hofen
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Frank Hof­en: Es ist wie immer, das eine zu tun und das ande­re nicht zu unter­las­sen. Natür­lich soll­ten Sie Social Media in Ihrem Ver­ein nut­zen, vor allem dann, wenn es eine rege Jugend­ab­tei­lung gibt. Die soll­te aber auch die­se Medi­en­ka­nä­le pfle­gen, denn es nützt nichts, wenn dies jemand aus der Vor­stand tut, der den Stil der sozia­len Netz­wer­ke nicht schrei­ben kann. Also kei­nen pen­sio­nier­ten Leh­rer mit die­ser Auf­ga­be beauf­tra­gen, son­dern die­je­ni­gen damit beauf­tra­gen, die vom Alter her dazu pas­sen. Wich­tig ist dabei, dass es eine gewis­sen Aktua­li­tät gibt. Das heißt, nicht nur alle paar Wochen ein­mal sich äußern, son­dern — mei­ne Wunsch­vor­stel­lung — täg­lich etwas zu posten.

Aktua­li­tät ist natür­lich auch bei der Home­page gefragt! Doch wer nutzt über­haupt die Home­page des Ver­eins? Beant­wor­ten und ana­ly­sie­ren Sie das für Ihren Club ein­mal, und Sie wer­den fest­stel­len, dass sich kaum jemand dafür inter­es­siert. Wäh­rend des Spiel­be­triebs sicher­lich jeder, der in einer der Mann­schaf­ten aktiv ist. Ansons­ten aber, Fehl­an­zei­ge. Das heißt, um dies zu ändern, man muss Aktua­li­tät kre­ieren um Auf­merk­sam­keit zu errei­chen. Nur zu sagen, wir haben eine Home­page, ist zu wenig. Auch die­ses Por­tal lebt von Aktua­li­tät, Infor­ma­tio­nen, Neu­ig­kei­ten, Per­sön­li­ches, Geschich­ten und viel mehr. Aber auch hier, es muss einer koor­di­nie­ren. Mit den Mann­schaf­ten, den Spie­le­rin­nen und Spie­lern, den Vor­stands­kol­le­gin­nen und ‑kol­le­gen und den Trai­nern spre­chen, denn von allei­ne teilt Ihnen kaum einer etwas mit. Schon gar nicht, wenn die Mann­schaft oder der Spie­ler/-in ver­lo­ren hat. Es ist daher wich­tig eine Per­son zu haben, die sozu­sa­gen allen hin­ter­her ist um Infos zu bekom­men. Manch­mal ein schier unmög­li­ches Vorhaben.

Bei all dem Fai­ble für Social Media dür­fen Sie auf kei­nen Fal­le die klas­si­schen Medi­en, wie unter ande­rem Tages­zei­tung oder Lokal­ra­dio, ver­ges­sen. Und nur dar­auf zu ver­trau­en, die schau­en auf unse­re Home­page oder rufen mich an, ist ein dün­nes Brett. Die Lokal­re­dak­teu­re in den Redak­tio­nen haben mehr als nur den Ten­nis­sport zu erfas­sen, sie sind zumeist in allen loka­len Sport­ar­ten ein­ge­bun­den. Für sie ist es immer eine gro­ße Her­aus­for­de­rung, allen Ver­ei­nen gerecht zu wer­den. Des­halb nut­zen Sie für Ihren Ver­ein die Chan­ce, mit einer struk­tu­rier­ten Pres­se­ar­beit auf sich auf­merk­sam zu machen. Fra­gen Sie ruhig ein­mal beim loka­len Sport­chef ab, wie und wann er am liebs­ten von Ihnen die Pres­se­mit­tei­lun­gen erhal­ten möch­te. Es erleich­tert bei­den Sei­ten die Arbeit und alle profitieren.

Noch zwei Hin­wei­se zu Tageszeitungen:

Ers­tens: Loka­le Nach­rich­ten bei den Lesern auf Platz 1: Die loka­len Nach­rich­ten inter­es­sie­ren die Leser in ihrer Zei­tung ganz beson­ders, 88 Pro­zent lesen sie »im All­ge­mei­nen«. Ähn­lich beliebt sind poli­ti­sche Mel­dun­gen und Berich­te aus Deutsch­land (88 Pro­zent) und dem Aus­land (81 Pro­zent) sowie Ver­misch­tes aus aller Welt (81 Pro­zent). Wich­tig fin­den die Leser fer­ner die Res­sorts Wirt­schaft (72 Pro­zent), Kul­tur (68 Pro­zent) und Sport (59 Pro­zent) sowie Son­der­bei­la­gen, Kom­men­ta­re und Leserbriefe.

Zwei­tens: Sehr seriö­se Bericht­erstat­tung: die Zei­tung genießt bei Lesern eine beson­ders hohe Glaub­wür­dig­keit. Einer Umfra­ge zufol­ge ver­trau­en bei loka­len und regio­na­len The­men 38 Pro­zent der Befrag­ten der von Zei­tun­gen ver­mit­tel­ten Infor­ma­ti­on. Das öffent­lich-recht­li­che Fern­se­hen erzielt einen Wert von 19 Pro­zent, es fol­gen der öffent­lich-recht­li­che Hör­funk (12 Pro­zent) und das Inter­net (12 Pro­zent). Die Schluss­lich­ter bil­den das pri­va­te Fern­se­hen und der pri­va­te Hör­funk (3 bzw. 4 Pro­zent). In die­sem Sin­ne soll­ten Sie Ihre Medi­en- bzw. Pres­se­ar­beit strukturieren.

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