Struktur einer Tageszeitung

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Fra­ge an Frank Hof­en: Guten Tag, Herr Hof­en! Als Pres­se­be­auf­trag­te unse­res Ten­nis­ver­eins habe ich Ihre bis­he­ri­gen Aus­füh­run­gen auf der Ten­nis­re­dak­ti­on alle­samt inten­siv gele­sen und ohne jeden Zwei­fel habe ich hier­von schon extrem pro­fi­tiert. Mei­ne Auf­ga­ben als Pres­se­be­auf­trag­te sind mir dank Ihrer umfang­rei­chen Tipps sehr klar gewor­den. Mei­ne Fra­ge aber nun: wel­che Auf­ga­ben und Pflich­ten haben aber eigent­lich die Medi­en, die wir füt­tern, sel­ber? Hier spre­che ich in ers­ter Linie von den Lokal­zei­tun­gen und Lokalradios.

Frank Hofen
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Frank Hof­en: Lie­be Bea­te, nichts ande­res ist mein Bestre­ben, als den unzäh­li­gen ehren­amt­li­chen Pres­se­be­auf­trag­ten in den Ver­ei­nen mit Fak­ten, Tipps, Infos und Anmer­kun­gen wei­ter­zu­hel­fen! Aus eige­ner Erfah­rung weiß ich, dass die­ses Enga­ge­ment nicht immer so wert­ge­schätzt wird, wie es ver­dient wäre. Sie sind sozu­sa­gen immer die Clea­ring­stel­le für alle und alles im Ten­nis­club. Und wer kann sich da schon Freun­de machen, wenn man für alle nur das Rich­ti­ge tun will? Irgend­je­mand ist immer unzu­frie­den, doch bes­ser kann es auch kein ande­rer! Aber das von mir nur so als Stär­kung für das eige­ne Ich.

Zurück zu Ihrer Frage:

Da ich nicht Ihren kon­kre­ten Anlass zu die­ser Fra­ge ken­ne, kann ich das nur all­ge­mein beant­wor­ten. Eine Zei­tung wird mit fol­gen­den Kri­te­ri­en cha­rak­te­ri­siert: Eine sol­che Publi­ka­ti­on muss eine öffent­li­che Zugäng­lich­keit besit­zen. Die Ver­öf­fent­li­chun­gen bezie­hen sich stets auf die Aktua­li­tät und soll­ten daher auch zeit­nah zum Anlass der Ver­öf­fent­li­chung ste­hen. Eine Zei­tung muss regel­mä­ßig erschei­nen und mit »Uni­ver­sa­li­tät« wird die redak­tio­nel­le und inhalt­li­che Viel­falt bezeichnet.

Wenn die Tages­zei­tung nicht min­des­tens vier­mal pro Woche erscheint, ist es ansons­ten eine Wochen­zei­tung. Die grund­sätz­li­che Ver­pflich­tung einer Tages­zei­tung ist es, die Öffent­lich­keit zu infor­mie­ren. Sie soll die Ereig­nis­se ana­ly­tisch auf­ar­bei­ten und gege­be­nen­falls auch kom­men­tie­ren. Von daher ist sie ein wich­ti­ger Ver­brei­ter von Infor­ma­tio­nen und trägt dem­zu­fol­ge maß­geb­lich zur Mei­nungs­bil­dung bei. Redak­tio­nen von Tages­zei­tun­gen haben des­halb ihre the­ma­ti­schen Schwer­punk­te in Res­sorts auf­ge­teilt, die da wären: Poli­tik, Wirt­schaft, Kul­tur, Sport und Loka­les. Je nach Grö­ße des Ver­la­ges kom­men viel­fach auch noch Wis­sen­schaft, Rei­sen und Unter­hal­tung hin­zu. Das ist sozu­sa­gen der redak­tio­nel­le Teil; ein wei­te­rer Abschnitt ist der Anzei­gen­teil. Bei­de müs­sen sich in der Gestal­tung deut­lich von­ein­an­der unterscheiden!

Ver­ant­wort­lich für die Inhal­te der Redak­tio­nen ist immer der Chef­re­dak­teur, bzw. sind es die jewei­li­gen Res­sort­lei­ter. Sie sind im Prin­zip, was den redak­tio­nel­len Part angeht, auch gegen­über dem Ver­lags­lei­tung unab­hän­gig. Der Ver­lags­chef greift wie­der­um auch nicht in das redak­tio­nel­le Tages­ge­schäft ein. Wenn Sie, so könn­te ich Ihre Anfra­ge auch ver­ste­hen, mei­nen, ob es eine Ver­öf­fent­li­chungs­pflicht gibt, was Sie so als Pres­se­be­auf­trag­te den Redak­tio­nen zur Ver­fü­gung stel­len, dann muss ich das ver­nei­nen. Und unter­las­sen Sie auch unbe­dingt den Gedan­ken, „dann wen­de ich mich an die Ver­lags­lei­tung“, denn das ist ein No-Go. Noch Fra­gen? Dann bit­te her damit!

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