Edwin Weindorfer
© Jürgen Hasenkopf

Vom 13. bis zum 19. Juli finden in Berlin die »bett1ACES« statt. Ein international besetztes Showturnier, an dem insgesamt sechs Damen und sechs Herren teilnehmen werden. Gespielt werden soll im »Steffi-Graf-Stadion« sowie an einem Flughafen-Hangar in Berlin-Tempelhof. Grundsätzlich ja erst einmal keine schlechte Sache, zumal die Teilnehmerliste recht attraktiv daherkommt und die Fanherzen höher schlagen lässt.

Zuschauer werden zugelassen

Noch höher schlägt das Fanherz seit der Bekanntgabe, dass Zuschauer in begrenzter Zahl an beiden Locations zugelassen werden. Zu einem sofortigen Herzstillstand kommt es allerdings, will man sich Tickets für einen der Veranstaltungstage sichern. Die Preise, die hierbei aufgerufen werden, sind exorbitant und unverschämt. Dass man nur Doppelsitze buchen kann, ist Corona-geschuldet und okay. Aber…

…zwei Personen aus einem Haushalt zahlen für einen Doppelsitz am Hangar satte 378 Euro pro Veranstaltungstag, im Steffi-Graf-Stadion werden für zwei Personen je nach Kategorie bis zu 300 Euro fällig. Selbst die Schüler- und Studententarife sind absolut indiskutabel.

Edwin & Konsorten…

Turnierveranstalter Edwin Weindorfer kann es bei diesem Event nicht um den Tennissport gehen. Hier geht es nur darum, Kohle zu generieren. Klar, Namen wie Zverev, Kyrgios, Thiem, Svitolina, Kvitova und auch Edwins alter Kumpel Haas haben ihren Preis. Die kommen sicher nicht für Lutsche. On Top werden auch noch 200.000 Euro Preisgeld ausgelobt. Für ein Showevent wohlgemerkt, welches schon allein durch die Teilnahme der Balkan-Party-Boys Zverev und Thiem ein gewisses Geschmäckle hat. Leider befürchte ich, dass es sogar genügend Menschen gibt, für die knapp 400 Euronen (und dabei bleibt es an einem Veranstaltungstag ja nicht!) nur Peanuts sind und die sich die »bett1ACES« als Schicki-Micki-Event den einen oder anderen Tag oder gar die ganze Woche gönnen. Sehen und gesehen werden, Schampus der edelsten Sorte und goldener Fächer im Kampf gegen heiße Temperaturen inklusive. Der wahre Tennisfan aber darf sich mega verarscht fühlen. Er bleibt außen vor. So liebe Leute bekommen wir unseren Tennissport in der Gesellschaft ganz sicher nicht neu positioniert. Im Gegenteil: Edwin & Konsorten befeuern zentrovertiert sämtliche Tennis-Klischees. Weindorfers Unternehmen heißt übrigens »e-motion«. Alles klar, Edwin…