Spielerbetreuung

Coaching
© Hasenkopf

Fra­ge an Ste­phan Medem: Hal­lo Herr Medem! Mich inter­es­siert Ihre Mei­nung zum The­ma Spie­ler­be­treu­ung. Ich weiß, vie­les ist indi­vi­du­ell, aber soll­te das Ver­hält­nis zwi­schen Coach und Spie­ler eher distan­ziert-unter­kühlt oder eher freund­schaft­lich-warm sein? Kann man anhand der Cha­rak­ter­ei­gen­schaf­ten des Spie­lers aus­ma­chen, wel­chen Weg man als Coach ein­schla­gen soll­te? Beim Duo Ker­ber-Schütt­ler bei­spiels­wei­se ver­mu­te ich auf Grund der vie­len inter­nen Ver­bin­dun­gen eher ein Kum­pel­ver­hält­nis (was Ker­ber viel­leicht gut tut, aber sport­lich sicher nicht wei­ter­brin­gen wird) und beim Duo Zver­ev-Lendl sehe ich die Ver­bin­dung von außen eher pro­fes­sio­nell-geschäft­lich. Schät­ze ich das rich­tig ein und wie ist Ihre Meinung?

Ste­phan Medem: Nun, die­se Beob­ach­tung in Sachen Kerber/Schüttler sowie Zverev/Lendl ist sicher­lich nicht ver­kehrt. Wobei ich ver­mu­te, dass bei Kerber/Schüttler auch noch ein biss­chen »DTB- bzw. Hor­dorff-Poli­tik« mit im Spiel sein könn­te. Gene­rell lässt sich Dei­ne Fra­ge nicht beant­wor­ten. Sicher­lich tut es einem Hitz­kopf wie Zver­ev sehr gut, wenn er einen eher ruhi­gen, ana­ly­ti­schen Bera­ter wie Ivan Lendl an der Sei­te hat. Was die Punk­te »distan­ziert-unter­kühlt« oder »freund­schaft­lich-warm« angeht: neh­men wir doch als Bei­spiel doch ein­fach mal eine Schul­klas­se. Wird sich ein Leh­rer heut­zu­ta­ge Auto­ri­tät ver­schaf­fen, indem er ver­sucht, auto­ri­tär auf­zu­tre­ten? Wohl kaum. Wird sich der Leh­rer Auto­ri­tät ver­schaf­fen, indem er kum­pel­haft auf­tritt? Der Kern der Sache ist doch ganz ein­fach: ich ver­schaf­fe mir Auto­ri­tät, indem ich mit mei­nen Kom­pe­ten­zen und mei­nem Wis­sen unmiss­ver­ständ­lich klar machen kann, dass ich von einer Sache eine Men­ge ver­ste­he und hel­fen kann. Hat mein Schü­ler, Coachée oder wer auch immer, das ver­stan­den, dann wird die Zusam­men­ar­beit auch Früch­te tra­gen. Somit wird alles ande­re zur Neben­sa­che. Denn ein Coach, sowie ein Coachée haben eine eige­ne Per­sön­lich­keit. Bei­de soll­ten sich nie­mals ver­bie­gen oder sich selbst untreu werden.

  » Ste­phans bis­he­ri­ge Beiträge…