Spezialaufschläge

Maximilian Marterer
© Hasenkopf

Fra­ge an Jörg Lin­den: Sehr geehr­ter Herr Lin­den, ich spie­le Senio­ren­ten­nis auf Ver­bands­ni­veau und kann dort eigent­lich sehr gut mit­hal­ten. Wenn ich nun noch einen ordent­li­chen Sli­ce- und Kick-Auf­schlag hin­be­kom­men könn­te, wür­de ich ver­mut­lich noch mal einen gehö­ri­gen Schritt nach vorn machen, denn ich kann mei­ne Geg­ner mit mei­nem Auf­schlag ein­fach nicht aus dem Feld trei­ben. Mei­ne Auf­schlä­ge kom­men meist gera­de und zen­triert ins Feld. Die Geg­ner haben da im Lau­fe des Spiels meist leich­tes Spiel, selbst wenn der ers­te Auf­schlag ordent­lich Tem­po hat. Lohnt es sich, den Auf­schlag auch in mei­nem Alter (58) noch zu erler­nen und ist dies in der Do-it-Yourself-Metho­de über­haupt möglich?!

Jörg Linden
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Jörg Lin­den: Dan­ke für Dei­ne Fra­ge. Die bei­den Spe­zi­al-Auf­schlä­ge gehö­ren zu den wich­tigs­ten Schlä­gen im Ten­nis. Der Auf­schlag ist der ein­zi­ge Schlag, der nicht vom Geg­ner beein­flusst wer­den kann. Der Auf­schlä­ger bestimmt ganz allei­ne die Spiel­rich­tung und lenkt durch die Qua­li­tät des Auf­schlags den kom­men­den Ball­wech­sel. Es ist also sehr sinn­voll, dass Du Dich die­sem The­ma wid­mest. Ein guter Coach zeigt dir die wich­tigs­ten Bau­stei­ne und Unter­schie­de auf. Du kannst danach sehr auch selbst­stän­dig an Dei­ner Per­for­mance arbeiten.

Der Unter­schied der Auf­schlä­ge liegt im Tem­po, im Schnitt und in der Rota­ti­on des Bal­les. Je nach tak­ti­schen Vor­ga­ben setzt Du die ver­schie­de­nen Auf­schlä­ge ein. Die Unter­schie­de sind vor allem kurz vor dem Treff­punkt, im Treff­punkt und im Aus­schwung zu erken­nen. Ein­fach dar­ge­stellt: man stel­le sich eine Uhr über sei­nem Kopf vor. Beim Sli­ce schwingt mein Schlä­ger kurz vor dem Tref­fen von 14 auf 10 Uhr , beim Kick von 9 auf 15 Uhr, beim »Ham­mer­auf­schlag« ist der Treff­punkt zwi­schen 12 und 13 Uhr. Als klei­ner Tipp beim Aus­schwung für den Kick­auf­schlag: Du wickelst Dein Hand­ge­lenk ein und lässt es kurz vor dei­nem Bauch­na­bel stop­pen und auto­ma­tisch bekommst Du eine bes­se­re Schwung­kur­ve für den Kick. Spie­le alle Auf­schlä­ge mit fle­xi­blem und bieg­sa­mem Hand­ge­lenk. Der Sli­ce wird ger­ne als Vari­an­te auf der Ein­stand-Sei­te nach außen gespielt, um den Geg­ner aus dem Feld zu trei­ben. Der Kick wird ger­ne auf die Vor­teils­sei­te nach außen gespielt, eben­falls um den Geg­ner aus dem Feld zu trei­ben. Der Ham­mer­auf­schlag dient dem schnel­len Punkt­ge­winn. Viel Erfolg!

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