Special Emotions

Von David Schwätter.

Am Fronleichnamswochenende war mein Heimatverein, der westfälische Tennisclub TuS 1859 Hamm, Ausrichter des Tenniswettbewerbs anlässlich der »Special Olympics«. Teilnehmen durften Athleten mit geistiger Einschränkung. Als wir im Vorfeld gefragt wurden, ob wir unsere Anlage und auch personelle Ressourcen für die Turnierleitung zur Verfügung stellen könnten, haben wir spontan zugesagt, ohne genau zu wissen, was da auf uns zukommen würde. Und ganz ehrlich? Wir haben diese Entscheidung nicht eine Sekunde bereut! Gleich der erste Tag entfachte bei unseren großen und kleinen Helfern sowie bei mir ganz persönlich eine ungeheure, nie dagewesene Begeisterung. Die wunderbar liebenswerte Atmosphäre und die Warmherzigkeit der Athleten rissen uns alle in ihren Bann.

Helfer, die ursprünglich nur für einen Tag zugesagt hatten, verlegten ihre privaten Termine und verlängerten so ihr Engagement. Insbesondere unseren Kindern und Jugendlichen schenkten die Tage der »Special Olympics« viele lehrreiche Momente. Die Athleten beeindruckten schließlich nicht nur durch ihre außergewöhnlich stark ausgeprägte Dankbarkeit und Freundlichkeit, sondern auch durch enormen gegenseitigen Respekt. Mein ganz persönliches Highlight war die abschließende Siegerehrung nach nicht weniger als vier Turniertagen. Jeder einzelne »Special-Olympics-Athlet« wurde mit tosendem Applaus bejubelt! Auf dem Treppchen feierte man sich gegenseitig, egal welche Medaille um den Hals baumelte. Gänsehaut!

Natürlich hatte auch das Streben nach sportlichem Erfolg seine Daseinsberechtigung, denn wo Punkte verteilt werden, da gibt es selbstverständlich auch den ganz natürlichen Ansporn, gewinnen zu wollen – ganz klar. Aber: das gemeinsame Miteinander und das Erleben im Kollektiv standen während des gesamten Events im Vordergrund. Das nötigt mir ebenso allergrößten Respekt ab, wie die Tatsache, dass ich Zeuge und Teil eines Events wurde, wo jeder, aber auch wirklich jeder Teilnehmer die Siegerehrung bis zum Ende verfolgte und jede einzelne Medaillenübergabe zelebrierte. So etwas habe ich bislang in meiner langen Tennislaufbahn weder als Spieler, noch als Funktionär erlebt. Diese Erfahrungen sowie der Kontakt zu den Athleten haben mich und meine Mitstreiter sehr bereichert. Gerne wieder.

Juli 2019 · Photocredit: Tennisredaktion.de