Smartphonesucht

Smartphone
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Fra­ge an Marc-Kevin Goe­ll­ner: Ich habe eine Fra­ge an Sie, die ich aus einer voll­kom­men ande­ren Per­spek­ti­ve her­aus­stel­len möch­te: Näm­lich aus Sicht einer Spie­le­rin, die ich per­sön­lich auf ITF-Ebe­ne betreue. Sie ist, so möch­te ich behaup­ten, medi­en­süch­tig. Gefühlt gibt nichts, was an ihr vor­bei segelt: Kein Ergeb­nis, kein Tur­nier­be­richt und kein Post in den sozia­len Medi­en zum The­ma Ten­nis. Das ist ganz furcht­bar. Ich selbst schät­ze Smart­pho­ne und iPad sehr, nut­ze es aber nur für die wirk­lich wich­ti­gen orga­ni­sa­to­ri­schen Din­ge. Bei mei­ner Spie­le­rin ist es aber so, dass sie sich von dem Medi­en- und Infor­ma­ti­ons­wahn sowie den vie­len Kom­men­ta­ren (auch und vor allem zu ihrer eige­nen Per­son) enorm beein­flus­sen lässt und ihre sport­li­chen Leis­tun­gen dar­un­ter lei­den. Ich habe schon mehr­fach gebe­ten, die Medi­en­sucht etwas her­un­ter­zu­schrau­ben, bis­lang ohne Erfolg. Haben Sie da einen Rat?! PS: Ich wer­de die­sel­be Fra­ge auch an Toni Witz und Frank Hof­en sen­den, die ja auf Ihrem Por­tal für die Berei­che Coa­ching und Medi­en ver­ant­wort­lich sind. So erhof­fe ich mir eine umfas­sen­de Bera­tung von meh­re­ren Sei­ten. Ich dan­ke Ihnen allen sehr, denn ich möch­te nicht, dass die bis hier­her sehr, sehr gute Zusam­men­ar­beit mit mei­ner Spie­le­rin einen Bruch erfährt!

Marc-Kevin Goellner

Marc-Kevin Goe­ll­ner: Das The­ma Handy/Smartphone ist ja in der heu­ti­gen Zeit ein wah­rer Alb­traum. Die Men­schen pos­ten ja ihr Früh­stück, ihr Mit­tag­essen, ihr Abend­essen — das Ein­zi­ge, was noch fehlt, sind die Klo­gän­ge. Ich bin auch über­haupt kein Fan davon, wenn im Trai­ning das Han­dy aus­ge­packt wird. Da kann ich nur an die Intel­li­genz mei­ner Spie­le­rin­nen und Spie­ler appel­lie­ren und wenn das nicht funk­tio­niert, dann muss das sank­tio­niert wer­den. Was weiß ich?! Fünf Euro Stra­fe in die Kas­se oder die Über­nah­me der Rech­nung für das nächs­te gemein­sa­me Essen! Man muss das halt regle­men­tie­ren. Vor allem, wenn man weiß, dass die über­mä­ßi­ge Nut­zung des Han­dys und der Besuch bestimm­ter News­sei­ten oder Social Media der Spie­le­rin scha­den, muss man das doch gemein­sam rich­tig ein­ord­nen. Die Fra­ge ist doch: Was will die Spie­le­rin, was wollt Ihr als Team gemein­sam errei­chen? Es geht nur über inten­si­ve Gesprä­che, um zu ver­mei­den, dass man sich sel­ber Stei­ne in den Weg legt. Und wenn man auch noch weiß, dass man sich qua­si selbst boy­kot­tiert, dann ist das ja umso schlim­mer! Mein Rat ist, dass man da ganz schnell einen Kon­sens fin­det und die Han­dy­nut­zung auf viel­leicht 30 bis 60 Minu­ten am Tag beschränkt, um sich auf sein Leben und sei­ne Zie­le fokus­sie­ren zu können. 

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