Die 7 journalistischen W’s…

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Fra­ge an Frank Hof­en: Sehr geehr­ter Herr Hof­en, dan­ke, dass Sie sich hier den Fra­gen der Leser stel­len. Auch ich habe eine. Ich möch­te ger­ne wis­sen, woher die Flos­kel »7 jour­na­lis­ti­sche W’s« kommt und was genau sie bedeu­tet. Kön­nen Sie mir hel­fen? Ich wür­de mich gern bei uns im Ver­ein in die Pres­se­ar­beit ein­brin­gen und bin auf die­se Flos­kel in den Unter­la­gen mei­nes ver­stor­be­nen Vor­gän­gers gesto­ßen! Lei­der wird die­se hier nicht näher erklärt!

Frank Hofen
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Frank Hof­en: Das ist kei­ne Flos­kel Ihres Vor­gän­gers, es sind die wich­ti­gen »7 jour­na­lis­ti­schen W’s«. Sie müs­sen in jedem Text – mag er auch noch so kurz sein — beant­wor­tet wer­den. Von daher müs­sen Sie sich vor dem Ver­fas­sen immer an die­sen Fra­gen ori­en­tie­ren. Der Emp­fän­ger (Redak­ti­on, Leser, etc.) muss schließ­lich wis­sen, vor­her all die­se Infor­ma­tio­nen kom­men. Im Ein­zel­nen sind das:

  • Wer? (der Name): Mar­lies Mül­ler, das Nachwuchstalent…
  • Was? (die Sache): Der 6:3‑Sieg des TC Ampfing…
  • Wann? (die Zeit): Der gest­ri­ge Erfolg  war der ers­te seit…
  • Wo? (der Ort): Auf der Club­an­la­ge beim TC Nir­gend­wo war…
  • War­um? (die Ursa­che): Der uner­war­te­te Drei­satz­sieg von Müller…
  • Wie? (die Umstän­de): Ein schnel­ler Gesun­dungs­pro­zess bei der Topgesetzten…
  • Woher? (die Infor­ma­ti­on): Wie in der Pres­se­mit­tei­lung des TC Nirgendwo…

Die­se Infor­ma­tio­nen ste­hen am Anfang Ihrer Pres­se­mit­tei­lung, wobei sie nicht in die­ser Rei­hen­fol­ge geschrie­ben sein müs­sen. Aller­dings soll­ten Sie vor Schreib­be­ginn dar­über nach­den­ken, wie die »jour­na­lis­ti­schen W’s« in Ihre Pres­se­mit­tei­lung ein­zu­bau­en sind. Legen Sie sich daher zuvor eine Check­lis­te zurecht mit Stich­wor­ten wie The­ma, Recher­che, Text­struk­tur sowie For­mu­lie­run­gen. So kön­nen Sie nach dem Ver­fas­sen prü­fen: habe ich alles drin? Nach eini­ger Zeit des Schrei­bens von Arti­keln wer­den Sie fest­stel­len, dass Ihnen das alles in »Fleisch und Blut« über­ge­gan­gen ist. Im Übri­gen kann ein »W« auch zu Beginn der Pres­se­mit­tei­lung in ein Zitat geklei­det sein und macht so neu­gie­rig auf das, was text­lich noch folgt.

Fazit: je »zei­tungs­ge­rech­ter« Sie schrei­ben, des­to grö­ßer ist die Chan­ce, sie als Notiz in der Zei­tung wie­der­zu­fin­den. Was »zei­tungs­recht« heißt, dazu von mir noch eini­ge Merkmale:

  • Das Wich­tigs­te gehört auch immer nach vorne
  • Nur Sach­lich­keit zählt
  • Ver­wen­den Sie Vor- und Zunamen
  • Nie Herr oder Frau (dies sind Anreden)
  • Arbei­ten Sie mit Zitaten
  • Ver­mei­den Sie all­ge­mei­ne Wertungen
  • Der Inhalt muss von loka­ler Bedeu­tung sein
  • Der Umfang der Pres­se­mit­tei­lung muss der Bedeu­tung des Inhalts entsprechen
  • Nie mehr als eine DIN-A4-Sei­te und schrei­ben Sie 1,5‑zeilig
  • Über­schrif­ten sind Sache der Redaktion
  • Wich­tig sind Ihre Kon­takt­da­ten für Rückfragen

Mei­ner­seits hof­fe ich nun Ihnen gehol­fen zu haben.

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