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Userfrage: „Sehr geehrter Herr Hofen, danke, dass Sie sich hier den Fragen der Leser stellen. Auch ich habe eine. Ich möchte gerne wissen, woher die Floskel »7 journalistische W’s« kommt und was genau sie bedeutet. Können Sie mir helfen? Ich würde mich gern bei uns im Verein in die Pressearbeit einbringen und bin auf diese Floskel in den Unterlagen meines verstorbenen Vorgängers gestoßen! Leider wird diese hier nicht näher erklärt!“

Liebe Eva!

Das ist keine Floskel Ihres Vorgängers, es sind die wichtigen »7 journalistischen W’s«. Sie müssen in jedem Text – mag er auch noch so kurz sein – beantwortet werden. Von daher müssen Sie sich vor dem Verfassen immer an diesen Fragen orientieren. Der Empfänger (Redaktion, Leser, etc.) muss schließlich wissen, vorher all diese Informationen kommen. Im Einzelnen sind das:

  • Wer? (der Name): Marlies Müller, das Nachwuchstalent…
  • Was? (die Sache): Der 6:3-Sieg des TC Ampfing…
  • Wann? (die Zeit): Der gestrige Erfolg des TC Ampfing war der erste seit…
  • Wo? (der Ort): Auf der Clubanlage beim TC Nirgendwo war…
  • Warum? (die Ursache): Der unerwartete Dreisatzsieg von Marlies Müller…
  • Wie? (die Umstände): Ein schneller Gesundungsprozess bei der topgesetzten…
  • Woher? (die Information): Wie in der Pressemitteilung des TC Nirgendwo…

Diese Informationen stehen am Anfang Ihrer Pressemitteilung, wobei sie nicht in dieser Reihenfolge geschrieben sein müssen. Allerdings sollten Sie vor Schreibbeginn darüber nachdenken, wie die »journalistischen W’s« in Ihre Pressemitteilung einzubauen sind. Legen Sie sich daher zuvor eine Checkliste zurecht mit Stichworten wie Thema, Recherche, Textstruktur sowie Formulierungen. So können Sie nach dem Verfassen prüfen: habe ich alles drin? Nach einiger Zeit des Schreibens von Artikeln werden Sie feststellen, dass Ihnen das alles in »Fleisch und Blut« übergegangen ist. Im Übrigen kann ein »W« auch zu Beginn der Pressemitteilung in ein Zitat gekleidet sein und macht so neugierig auf das, was textlich noch folgt.

Fazit: je »zeitungsgerechter« Sie schreiben, desto größer ist die Chance, sie als Notiz in der Zeitung wiederzufinden. Was »zeitungsrecht« heißt, dazu von mir noch einige Merkmale:

  • Das Wichtigste gehört auch immer nach vorne
  • Nur Sachlichkeit zählt
  • Verwenden Sie Vor- und Zunamen
  • Nie Herr oder Frau (dies sind Anreden)
  • Arbeiten Sie mit Zitaten
  • Vermeiden Sie allgemeine Wertungen
  • Der Inhalt muss von lokaler Bedeutung sein
  • Der Umfang der Pressemitteilung muss der Bedeutung des Inhalts entsprechen
  • Nie mehr als eine DIN-A4-Seite und schreiben Sie 1,5-zeilig
  • Überschriften sind Sache der Redaktion
  • Wichtig sind Ihre Kontaktdaten für Rückfragen

Meinerseits hoffe ich nun Ihnen geholfen zu haben
und verbleibe mit sportlichen Grüßen, Ihr Frank Hofen.

Frank Hofen

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Frank Hofen ist seit November 2019 im Kompetenz-Team von »Tennisredaktion.de«. Die Turnierhistorie der GERRY WEBER OPEN wird immer mit dem Namen des renommierten Sportjournalisten verbunden bleiben. Vom ersten Aufschlag an im Jahre 1993 bis zur 25. Auflage im Jahre 2017 war Frank Hofen das mediale Gesicht des Turniers. Er konzipierte PR-Konzepte, leitete hunderte von Pressekonferenzen und moderierte Stars aus Sport- und Showbusiness professionell durch Veranstaltungen. Für seine weltweite Medienarbeit wurde er von der ATP (Internationale Organisation der Turnierveranstalter und Tennisprofis) in den Jahren 2002 und 2012 mit dem »ATP Award of Excellence Best Media« ausgezeichnet. Aktuell erarbeitet er Medien- und PR-Konzepte für die Stadt HalleWestfalen, für weltweit tätige Konzerne und pflegt zudem sein mediales Netzwerk, welches er sich mit seiner Agentur »hofmedia« erarbeitet hat.

www.hofmedia.de