»Serious«

Stephan Medem
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Von Ste­phan Medem. „Was darf es sein?“ — „Ein Mal BIG MAC, kei­ne Pom­mes, kei­ne Coke!“ — Immer wie­der gibt es die von mir aus abso­lut berech­tig­te Kri­tik am heu­ti­gen Welt-Ten­nis-Zir­kus, dass die Per­sön­lich­kei­ten feh­len. Nun, wir haben vie­le tol­le Per­sön­lich­kei­ten. Fede­rer, Nadal, Wil­liams, Halep…. und wie sie alle hei­ßen. Tol­le Spie­ler, tol­le Per­sön­lich­kei­ten… aber hmm… alle irgend­wie so unglaub­lich… nett, artig, ange­passt. »Main­stream«. Strom­li­ni­en­för­mig. Kommt dann auf ein­mal so etwas wie ein Nick Kyr­gi­os daher, hoch­be­gabt, respekt­los dem bestehen­dem Ten­nis-Estab­lish­ment gegen­über, unge­hor­sam und mach­mal auch wirk­lich grenz­wer­tig unan­stän­dig… dann wird heut­zu­ta­ge nicht mehr ein­fach nur mit Schul­tern gezuckt oder mit dem Kopf geschüt­telt, nein, es wird über def­ti­ge Geld­stra­fen und Spiel­sper­ren debattiert.

Irgend­wie scha­de. Ich erin­ne­re mich so ger­ne an Jim­my Con­nors und sei­nen Stin­ke­fin­ger, Ilie (»nas­ty« unar­tig) Nasta­se… oder eben BIG MAC John McEn­roe. Talent, gepaart mit einer Por­ti­on Wahn­sinn. Ten­nis war nicht ein­fach nur Sport. Es war viel mehr. Und ich wür­de mir wirk­lich wün­schen, wenn’s von die­ser Sor­te wie­der etwas mehr gäbe. Und solan­ge es nur noch — ohne Zwei­fel abso­lut genia­le — Ten­nis­spie­len­de Sau­ber­män­ner und ‑Frau­en gibt… holt Euch ein­fach mal »Serious« von John McEn­roe. Eine wun­der­ba­re Lebens­ge­schich­te über einen wun­der­bar ver­rück­ten Cham­pion. Ich habe die Hoff­nung noch nicht auf­ge­ge­ben: Irgend­wann wer­den auch die gan­zen Ten­nis­gre­mi­en erken­nen: Genau­so, wie »Dra­ma« ein Bestand­teil des täg­li­chen Lebens ist, soll­te es auch wie­der ein Teil des Ten­nis- ZIRKUS’ wer­den. Zuschau­er­zah­len wür­den dras­tisch stei­gen! BIG MAC? SERIOUS? Abso­lut geni­al. Fünf Asse!

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