Selbstvermarktung

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Fra­ge an Thas­si­lo Haun: Lie­ber Herr Haun, ich wür­de ger­ne von Ihnen eini­ge Tipps bezüg­lich der Selbst­ver­mark­tung als Ver­eins-Ten­nis­trai­ner erhal­ten. Bei der DTB-C-Trai­ner­aus­bil­dung wur­de uns aller­hand bei­gebracht, aber nicht wirk­lich, wie man sich als Übungsleiterin/Trainerin in sei­nem Ver­ein ver­mark­tet und ich den­ke, das ist ja die Grund­la­ge für spä­te­ren Erfolg. Gibt es Din­ge, die Sie unbe­dingt emp­feh­len zu tun oder aber eben nicht zu tun? Und wie wich­tig sind die sozia­len Medi­en hier­bei? Ich weiß näm­lich, dass die Pfle­ge sol­cher Accounts sehr zeit­in­ten­siv sind, daher wür­de ich mei­ne Zeit lie­ber in die Arbeit im Club inves­tie­ren. Vie­len lie­ben Dank!

Thassilo Haun
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Thas­si­lo Haun: Vie­len Dank für Ihre Nach­richt und damit ver­bun­de­ne Fra­ge! Sie haben voll­kom­men Recht, dass eine gelun­ge­ne Selbst­ver­mark­tung eine wesent­li­che Grund­la­ge für spä­te­ren Erfolg sein kann. Die Basis soll und muss eine enga­gier­te Arbeit auf dem Platz sein, mit kla­ren Zie­len von Ihnen und Ihrem Ver­ein sowie mit kla­rer inter­ner und exter­ner Kom­mu­ni­ka­ti­on. Hier­bei lege ich Ihnen, lie­be Bea­te, unbe­dingt ans Herz, authen­tisch zu sein. Tun Sie, was Sie sagen und sagen Sie, was Sie tun. Sei­en Sie Ihren Schü­le­rIn­nen ein Vor­bild und Ihrem Ver­ein eine zuver­läs­si­ge Partnerin!

Sozia­le Medi­en sind in mei­nen Augen »Fluch und Segen« zugleich. Für mich per­sön­lich ist jeder »Kon­takt« in den sozia­len Medi­en nur so viel wert, wie akti­ve und leben­di­ge Kom­mu­ni­ka­ti­on über den per­sön­li­chen Weg erfol­gen. Was bringt es, 1000 »Freun­de« auf Face­book zu einem Tag der offe­nen Tür ein­zu­la­den? Sta­tis­tisch gese­hen wer­den zwi­schen 2 und 5 Men­schen zusa­gen und kom­men. Was bringt es, zehn akti­ve Ver­eins­mit­glie­der per­sön­lich anzu­spre­chen? Sta­tis­tisch gese­hen zwi­schen acht bis zehn Zusagen.

Ich habe die­ses Jahr einen Herrn ken­nen­ge­lernt, der ca. 15 Zeit­stun­den in ein Image-Video inves­tiert hat, um eine Akti­on in einem Ten­nis­ver­ein zu »pro­mo­ten«. Das Video wur­de auf Face­book bis jetzt kei­ne 100 mal ange­se­hen. Dazu gab es sage und schrei­be drei Likes. Das ist für mich eine Bei­spiel für »ver­ge­be­ne Lie­bes­müh’« und rei­ne Zeitverschwendung.

Ich selbst habe mich wei­test­ge­hend von Social Media zurück­ge­zo­gen und kom­mu­ni­zie­re nur noch sel­ten mit wich­ti­gen State­ments. Ich spa­re mir die Zeit für mei­ne mir am Her­zen lie­gen­den Kon­tak­te, die ich klas­sisch anru­fe und deren Stim­me ich hören möch­te, wenn ich mich mit ihnen aus­tau­sche. Auch wenn in Zei­ten von Coro­na vie­le Ange­bots­for­ma­te digi­ta­li­siert wur­den und online statt­fin­den, so geht nichts über den per­sön­li­chen Kon­takt, die per­sön­li­che Begeg­nung und den per­sön­li­chen Augen­blick der Wert­schät­zung Mensch zu Mensch.

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