Sascha & Ivan

Ivan Lendl Alexander Zverev
© Hasenkopf

Fra­ge an Ste­phan Medem: Hal­lo Herr Medem! Sascha Zver­ev hat ja die Finals gewon­nen. Sein ers­ter ganz, ganz gro­ßer Titel. Wel­chen Ein­fluss hat Coach Ivan Lendl hier­auf gehabt? Sascha prä­sen­tier­te sich ja psy­chisch sehr sta­bil. Und mich wür­de inter­es­sie­ren, was ein Coach von der Box aus wäh­rend einer Par­tie über­haupt noch aus­rich­ten kann. Sie haben ja wohl eben­falls län­ger dort geses­sen und ent­spre­chen­de Erfah­run­gen gemacht!

Ste­phan Medem: Nun, das ist wie ich fin­de eine sehr gute Fra­ge. Schon bei Andy Mur­ray hat Ivan Lendl einen sehr guten Ein­fluss gel­tend machen kön­nen. Sascha und auch sein Bru­der Mischa sind ja von Haus aus mit einer gehö­ri­gen Por­ti­on Tem­pe­ra­ment aus­ge­stat­tet, das hat ja in der Ver­gan­gen­heit auch für eini­ge def­ti­ge Buß­gel­der wegen »Racket-Abu­se«, Ärger mit dem Racke­ther­stel­ler sowie unnö­tig ver­lo­re­ner Par­tien geführt. Dass in einem sol­chen rela­tiv »heiss­blü­ti­gen« Umfeld ein Mann wie Ivan Lendl ein ruhi­ger Pol sein kann, darf nicht ver­wun­dern. Sei­ne, zumin­dest nach außen demons­trier­te, stoi­sche Ruhe hat auch schon zu sei­nen Zei­ten als Spie­ler legen­dä­ren Cha­rak­ter gehabt — wobei das auch bei ihm ein Lern­pro­zess war! In Lon­don hat die Prä­senz von »Ivan, dem Schreck­li­chen« sicher­lich gehol­fen, dass Sascha sein Tem­pe­ra­ment gut im Griff hat­te und somit sein bes­tes Ten­nis zei­gen konn­te. Belohnt hat er sich ja mit sei­nem bis­her wich­tigs­ten Titel. Ob der Ein­fluss von Lendl auch lang­fris­tig Bestand hält? Nun, das kann auch ich heu­te am Tag nicht beant­wor­ten… Aber ich wür­de es mir, wie sicher­lich vie­le von Euch Ten­nis-Freaks, abso­lut wünschen.

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