Rolli-Perspektiven

Rollstuhltennis
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Fra­ge an Peter Seidl: Hal­lo Ten­nis­re­dak­ti­on! Ich ver­fol­ge Euer Por­tal sehr inten­siv und bin immer wie­der begeis­tert von Euren herz­er­fri­schen­den und ehr­li­chen Blogs. Wei­ter so! Ich habe eine Fra­ge an den Roll­stuh­ten­nis­ex­per­ten: Ich habe gele­sen, dass das deut­sche Roll­stuhl­ten­nis frü­her einen eige­nen Ver­band stell­te und erst seit eini­gen Jah­ren ein Res­sort inner­halb des Deut­schen Ten­nis Bun­des ist. Hier­zu zwei Fra­gen an Peter Seidl, der ja ver­mut­lich bei­de Orga­ni­sa­tio­nen ken­nen­ge­lernt hat: War­um konn­te sich das natio­na­le Roll­stuhl­ten­nis unter der Flag­ge des DTB noch nicht wei­ter­ent­wi­ckeln? Zumin­dest sehe ich da offen­sicht­lich kein wirk­li­ches Fort­kom­men. Und zwei­tens: Wo steht Deutsch­land in Sachen Roll­stuhl­ten­nis im Ver­gleich zu ande­ren Natio­nen? Grü­ße aus dem Schwarzwald!

Peter Seidl
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Peter Seidl: Ich habe, wie du schon rich­tig gesagt hast, bei­de Orga­ni­sa­tio­nen ken­nen­ge­lernt. Der Deut­sche Roll­stuhl­ten­nis-Ver­band (DRT) war ein Fach­ver­band für uns Roll­stuhl­ten­nis­spie­ler in Deutsch­land, der dem DRS (Deut­scher Roll­stuhl-Sport­ver­band) und DBS (Deut­scher Behin­der­ten-Sport­ver­band) unter­ge­ord­net war. Vor eini­gen Jah­ren kam der Gedan­ke auf, auch der Inklu­si­on wegen, dass die Behin­der­ten­ver­bän­de in die »nor­ma­len« Sport­ver­bän­de inte­griert wer­den. Der DTB hat uns mit einem eige­nen Refe­rat auf­ge­nom­men, lei­der aber hat das Gan­ze noch nicht so gefruch­tet, wie wir Spie­ler uns das vor­ge­stellt hat­ten. Seit kur­zem ist Niklas Höf­ken im DTB für uns zustän­dig. Er hat sehr gute Ideen, um uns aus der »Behin­der­ten­ni­sche« beim DTB raus zu manö­vrie­ren und ist sehr moti­viert. Ich bin guter Hoff­nung, dass es bald auf­wärts geht. Inter­na­tio­nal gel­ten wir lei­der als Ent­wick­lungs­land im Roll­stuhl­ten­nis, da sind uns Natio­nen wie Hol­land, Frank­reich, Eng­land, Japan und sogar die Ost­block­län­der (noch) weit vor­aus, da die­se Län­der bes­ser struk­tu­riert und inner­halb des Ver­ban­des gleich­ge­stell­ter inte­griert sind. Ins­be­son­de­re steht die­sen Natio­nen durch den Staat und Spon­so­ren deut­lich mehr Geld zur Ver­fü­gung, wel­ches sowohl in den Breiten‑, als auch in den Leis­tungs­sport inves­tiert wird. Ein ste­ti­ges gesun­des Wachs­tum der »Sport­art Roll­stuhl­ten­nis« ist somit gewähr­leis­tet und die Spit­zen­spie­ler ver­fü­gen über pro­fes­sio­nel­le Bedin­gun­gen im Trai­ning sowie auf Turnierreisen.

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