Novak Djokovic
© Jürgen Hasenkopf

Userfrage: „Hallo Jörg. Ich würde gerne wissen, welche gravierenden Unterschiede Du zwischen den Schlägen aus der offenen und der seitlichen Stellung siehst und ob es eigentlich auch möglich ist, die Rückhand offen zu schlagen?! Empfiehlst Du das Spiel aus der offenen Position? Danke schon jetzt für eine ausführliche Antwort!”

Hallo Dieter!

Ich empfehle grundsätzlich das »Spiel aus der offenen Stellung«. Dennoch ist bei mir ein Spruch aus einer Fortbildung hängen geblieben: „Wir sind ja nicht in der Tanzschule, wo die Stellung oder die Schrittfolge vorgegeben sind!” Es gibt Situationen, da kann oder sollte man weder unbedingt offen noch unbedingt seitlich stehen. Möchte der Spieler Druck machen, ist die offene Stellung aus biomechanischen Prinzipien (Rotation) von Vorteil. Ebenfalls bei extremen Griffhaltungen oder beim Return, um einen optimalen und frühen Treffpunkt zu garantieren. Bei der offenen Stellung ist das Stemmbein außen und man kann sich somit schneller wieder in das Feld zurück bewegen. Bei dieser Art der Fußstellung werden Rücken und Wirbelsäule weniger belastet, was wiederum Verletzungen in diesem für Tennisspieler empfindlichen Bereich vorbeugt.

Die seitliche Stellung wird gerne bei Angriffsbällen oder kürzen Schlägen des Gegners eingesetzt oder auch am Netz, da dort die Reichweite, in Verbindung mit der kurzen Reaktionszeit, länger ist. Die beidhändige Rückhand kann, gerade bei Return und Passierball, offen gespielt werden. Die Weltspitze macht dies deutlich. Es gelten dieselben Gesetzmäßigkeiten, wie bei der Vorhand. Es ist nur nicht so unumgänglich, da Schlagschulter und Schlagarm vorne sind und der Ball so früher getroffen werden kann. Das moderne Tennis verlangt eine situationsgerechte Stellung.

Fazit: Der Großteil der Schläge wird aus der offenen bzw. halb-offenen Stellung gespielt, wobei die seitliche Stellung mit einem Folgeschritt in Richtung Ziel auch eine »Waffe« sein kann. Innerhalb eines Ballwechsels tanzen wir halt Rock’n Roll und Walzer. Den richtigen Takt zu erkennen, macht unsere herrliche Sportart aus!

Jörg Linden

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Tennis-Enthusiast Jörg Linden ist ein Kind des Ruhrpotts. Einst wurde er für seine überragende Vereinsarbeit zum »DTB-Trainer des Jahres« gekürt, heute leitet er das »Tennis-College« auf Fuertventura. Für »Tennisredaktion.de« steht er seit einer gefühlten Ewigkeit als Experte für die Bereiche »Trainingslehre« und »Tennistechnik« zur Verfügung. Jörg liebt es, seine große Erfahrung sowohl an die jungen, als auch an die erfahrenen Leser der »Tennisredaktion« weiterzugeben. Darüber hinaus begeistert er die Leserschaft mit spannenden Blogs.

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