Milos Raonic
© Jürgen Hasenkopf

Wie spielst Du gegen Jemanden, der fast nur »schießt«? Nennen wir ihn mal »Ballermann«. Der sogenannte »Ballermann« ist sehr einfach zu spielen. Erstens: Man darf sich nicht durch direkte Punkte des Gegners beirren lassen. Nicht fluchen, einfach einmal den Lauf akzeptieren. Er wird schon nicht zwei Sätze erfolgreich »durchballern« können, sonst würdest du ihn vermutlich aus dem Fernsehen kennen, wobei die Profis gewiss natürlich auch nicht nur »durchballern«, sondern auf die richtigen Gelegenheiten warten. Zweitens: Es kann schwierig sein, den eigenen Rhythmus zu finden, das eigene Spieltempo sollte daher stets kontrolliert sein. Hier hilft eine richtige Atmung unwahrscheinlich gut. Drittens: Hat man die Spielstärke, seine Bälle mit Drall zu versehen, kann fast nichts mehr schief gehen. Der »Ballermann« liebt nämlich gerade gespielte Bälle des Gegners, da so der Aufprallwinkel für ihn optimal ist. Viertens: Man sollte den Gegner aus dem Feld treiben, also viele scharfe Winkle spielen. Viele laufen zu parallel zum Ball und haben so einen zu späten Treffpunkt. Die kurz cross gespielten Bälle werden oft versucht, longline zurück zu spielen, was für Dich klasse ist! Das Feld ist nun komplett offen und Du musst den Ball fast nur noch cross wegblocken oder aber der gegnerische Ball landet knapp im Aus und Du musst im Idealfall gar nichts mehr tun. Fünftens: Durch ständigen Rhythmuswechsel in Deinem Spiel findet der »Ballermann« selten die richtige Antwort. Mal hoch mit Drall, mal kurz cross, mal ein Stop, mal ein Angriff. Gerade er braucht Rythmus, um seine Fehlerquote zu verringern und einen Gegner, der sich fürchterlich über seine »Glücksbälle« aufregt. Beides bekommt er bei Dir ab sofort nicht mehr! Es hat sich dann also sehr schnell »ausgeballert«. Du Wirst Sehen!