Pausenrituale

Simona Halep
© Hasenkopf

Fra­ge an Bri­git­te Neu­mann: Guten Tag! Ich wür­de ger­ne wis­sen, wie aus men­ta­ler Sicht sowohl die 25 Sekun­den zwi­schen den Ball­wech­seln, als auch die 90 Sekun­den beim Sei­ten­wech­sel opti­mal genutzt wer­den kön­nen. Ana­ly­se des zuletzt gespiel­ten Punk­tes? Selbst­coa­ching? Eigen­mo­ti­va­ti­on? Ich bedan­ke mich sehr!

Brigitte Neumann
© Neu­mann

Bri­git­te Neu­mann: Nun, im pro­fes­sio­nel­len Pau­sen­ver­hal­ten wäh­rend des Matches zeigt sich der erfah­re­ne und erfolg­rei­che Spie­ler. Ein Cham­pion nutzt die Chan­ce zur Rege­ne­ra­ti­on, die in den zahl­rei­chen War­te­zei­ten liegt. Immer­hin besteht ein Match aus nicht weni­ger als 70% Pau­sen! Wenn Du auch in den Pau­sen auf Hoch­tou­ren läufst, brichst Du am Ende des Matches oder eines Tur­niers unwei­ger­lich ein. Schal­te also wäh­rend eines Sei­ten­wech­sels ab, den­ke opti­mis­tisch, atme ruhig und ent­spannt, traue­re kei­ner ver­pass­ten Chan­ce nach und genie­ße die ent­spann­te Situation.

Gestal­te Dein indi­vi­du­el­les Pausenritual!

1. Auf der Bank genü­gend trin­ken (gera­de bei Hit­ze), ein Stück Bana­ne essen, ablen­ken (Hand­tuch über den Kopf zie­hen) +++ 2. Lang­sam und tief in den Bauch atmen und ein posi­ti­ves Selbst­ge­spräch füh­ren („OK. Die­ses Spiel gehört mir!” – „Ich schaf­fe es!”) +++ 3. Gedank­li­che Vor­be­rei­tung, tak­ti­sche Ein­stel­lung auf die nächs­ten Aktio­nen, das nächs­te Spiel +++ 4. Beim Gang zur Grund­li­nie kla­re Kör­per­spra­che, tie­fes Ein­at­men, Auf­mun­te­rung („Komm jetzt – Come on!”) +++ 5. An der Grund­li­nie leicht bewe­gen, tän­zeln und Kon­zen­tra­ti­on auf Dei­nen Auf­schlag oder den Return. Zwi­schen den Ball­wech­seln kurz den Schlä­ger in die ande­re Hand neh­men und den Schlag­arm aus­schüt­teln, lockern. Dabei immer wie­der posi­tiv den­ken. Die Auf­merk­sam­keit auf den nächs­ten Ball rich­ten und Dich ermuntern.

Nicht zu viel nachdenken!

Bei län­ge­ren Behand­lungs­pau­sen oder bei Regen­un­ter­bre­chun­gen soll­test Du ver­mei­den, über die letz­ten Ball­wech­sel nach­zu­den­ken. Schau nur nach vor­ne, len­ke Dich ab. Wenn Dein Geg­ner mit dem Schieds­rich­ter dis­ku­tiert, dann wen­de Dich ab, höre weg, len­ke Dei­ne Auf­merk­sam­keit auf Dei­nen Schlä­ger oder einen Ball. Bewe­ge Dich, hal­te Dei­nen Kör­per warm. Auch zwi­schen den Auf­schlä­gen hast Du kurz Zeit, um Dich wie­der zu kon­zen­trie­ren. Nach einem eige­nen Feh­ler kannst Du Dich für einen Moment vom Spiel­feld abwen­den, die Anspan­nung mit einem schnel­len, lan­gen Aus­at­men und tie­fen Ein­at­men etwas abbau­en. Lass Dei­ne Wut mit die­sem Aus­at­men hin­aus, natür­lich ohne Schimpf­wör­ter! Danach bewe­ge Dich, moti­vie­re Dich mit einem posi­ti­ven Selbst­ge­spräch („OK – jetzt aber Voll­gas!” oder „Jetzt geht’s los! Das ist mein Punkt!”) Schau, dass Du nach einer Pau­se wie­der »voll da« bist. Alles, was vor­her war, kannst Du nicht ändern. Also kon­zen­trie­re Dich auf den nächs­ten Punkt, denn wir wis­sen alle längst: Der nächs­te Punkt ist der Wichtigste…

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