Paire kriegt Tür nicht zu

Von Christoph Kellermann.


Nun, da habe ich in meinem gestrigen Blog doch gar nicht so falsch gelegen, als ich Benoit Paire im Viertelfinale von Halle berechtigte Chancen gegen Superstar Roger Federer einräumte. Gerade mal ein Punkt hat dem Franzosen zum ganz großen Wurf gefehlt. Ähnlich wie Nick Kyrgios in der Woche zuvor in Stuttgart. Auch der Australier unterlag dem »Maestro« im Tiebreak des dritten Satzes. Und so ist es am Ende meist: die Herausforderer bekommen die Tür nicht zu und der große Meister zweifelt zu keiner Sekunde der Partie an seinem Erfolg. Mit einem krachenden Rückhand-Return direkt vor die Grundlinie wehrte Federer in der Manier eines wahren Champions beim Stande von 6:7 im entscheidenden Tiebreak den zweiten Matchball Paires ab. Federer halt.

Bis zum gestrigen Tag blieb Paire insgesamt fünf Mal gegen den Schweizer ohne einen einzigen Satzgewinn, gestern verpasste er die wohlmöglich einmalige Gelegenheit, den vielleicht besten Spieler aller Zeiten endlich auf die Bretter zu kriegen. Federer jedoch zog den Kopf aus der Schlinge. Er will ihn, den 99. Turniersieg und den zehnten Erfolg bei den GERRY WEBER OPEN, um vierzehn Tage später in Wimbledon einen weiteren Meilenstein in seiner beeindruckenden Karriere zu setzen.


Autor: Christoph Kellermann
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Juni 2018 · © tennisredaktion.de