»Open«

Stephan Medem
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Von Ste­phan Medem. In mei­ner letz­ten Aus­ga­be von »Loo­ks on Books« habe ich mich ja als gro­ßer Lieb­ha­ber von Bio­gra­phien geoutet… und die Begrün­dung ja auch gleich mit­ge­lie­fert. Nach­lie­fern möch­te ich Euch für’s Wee­kend gleich eine wei­te­re, rich­tig groß­ar­ti­ge Lebens­ge­schich­te. And­re Kirk Agas­si ist ja vor ein paar Tagen fünf­zig Jah­re alt gewor­den. Bie­tet sich also irgend­wie an, sei­ne Bio noch­mals aus dem Regal zu neh­men. Ich hat­te als Spie­ler ja noch das gro­ße Ver­gnü­gen, mit ihm zu trai­nie­ren oder ihn ein paar Mal für ein Match vor­zu­be­rei­ten — meist dann, wenn halt ein Spiel gegen Lecon­te, For­get, Iva­nis­e­vic oder einen ande­ren »Lef­ty« anstand…

Nun, was soll ich sagen? Der klei­ne And­re ging mir damals ziem­lich auf den Sack. Kam meis­tens unpünkt­lich auf den Trai­nings­platz. Ange­trip­pelt wie eine klei­ne Tus­si, wel­che ver­ges­sen hat­te, vor dem Trai­ning noch­mals pin­keln zu gehen. Und dann die­se bescheu­er­te Fri­sur, die­se bescheu­er­ten Kla­mot­ten… und der Typ war sich zu scha­de, sei­ne Racket­bag selbst zu tra­gen. Was für ein Warm­du­scher! Aber die Leu­te lieb­ten And­re! Oder bes­ser gesagt: die Sto­ry, die so cle­ver um die­sen Typen geschrie­ben wur­de. Und »Open« gibt uns einen rich­tig ehr­li­chen, auf­rich­ti­gen, teil­wei­se auch scho­ckie­ren­den Ein­blick in die­se Fake-Welt. Und ich muss sagen, inzwi­schen lie­be ich den kleinen/großen Kerl. »Open« ist ein abso­lut gei­les Buch! Weit über den Hard­core-Ten­nis­fan­kreis hin­aus. Ein »Must-Read«! 5 Asse! Über­set­zung ins Deut­sche ist glück­li­cher­wei­se kein Qua­li­täts­ver­lust, trotz­dem emp­feh­le ich das »Ori­gi­nal«.

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