On-Court-Coaching

Coaching
© Hasenkopf

Fra­ge an Toni Witz: „Hal­lo, Herr Witz! Ihre Ana­ly­sen habe ich auf­merk­sam gele­sen. Fin­de ich sehr gelun­gen, was Sie da schrei­ben. Mich wür­de inter­es­sie­ren, wie Sie per­sön­lich eine Spie­le­rin bzw. einen Spie­ler beim Stan­de von 0:5 oder 2:5 im drit­ten Satz auf der Bank coa­chen?! Ich bin selbst Mann­schafts­füh­rer in einer spiel­star­ken Her­ren-30-Mann­schaft und habe die­se Situa­ti­on schon das eine oder ande­re Mal sowohl als Spie­ler, denn auch als coa­chen­der Kol­le­ge erlebt. Ich weiß, dass die Anspra­che sehr indi­vi­du­ell ist, aber viel­leicht haben Sie eine Stra­te­gie am Start, die immer irgend­wie greift…?!”

Toni Witz
© Witz

Dan­ke für dei­ne net­ten Wor­te und Dei­ne Fra­ge! Wie Du bereits erwähnt hast, soll­te das Coa­ching sehr indi­vi­du­ell sein. Auf­grund des Schütz­lings, wel­che® gecoacht wer­den soll (was für ein Typ, wie gut kennt man diejenige/denjenigen etc.) und natür­lich auf­grund des Zustan­de­kom­mens des Spiel­stan­des (Gegner*in ist im Ver­lauf der Par­tie stär­ker gewor­den, mentaler/körperlicher Ein­bruch Dei­nes Schütz­lings, ver­än­der­te Bedin­gun­gen etc.). Fol­gen­des ist mei­ner Erfah­rung nach prin­zi­pi­ell wichtig:

1.) Da man in der kur­zen Pau­se nur sehr wenig Zeit zur Ver­fü­gung hat, soll­ten die Tipps kurz und prä­gnant sein, um den Schütz­ling nicht auch noch zu über­for­dern bzw. zu ver­wir­ren +++ 2). Ach­te auf Dei­ne Wort­wahl 3). Es ist ein gro­ßer Unter­schied, ob Du sagst: Das Match ist erst zu Ende, wenn: Du den letz­ten Punkt ver­lo­ren hast oder Dein(e) Gegner*in den letz­ten Punkt für sich ent­schei­den konn­te, denn die ers­te Aus­sa­ge kann damit asso­zi­iert wer­den, dass Du davon aus­gehst, das Dein Schütz­ling etwas »nicht gut« machen wird, wo hin­ge­gen die zwei­te Aus­sa­ge aus­drückt, dass Du davon über­zeugt bist, dass Dein Schütz­ling bis zum letz­ten Punkt alles geben wird, weil Du an sie/ihn glaubst und der/die Gegner*in dafür kämp­fen muss, um gewin­nen zu kön­nen. Aus­sa­gen wie: „Spie­le nicht den Stand spie­le den Ball!” oder „Wir sehen uns beim nächs­ten Platz­wech­sel!” kön­nen manch­mal auch eini­ges bewirken.

Zum Schluss noch eine Sache: Für eini­ge Spieler*innen ist es wich­tig, dass man nach dem Coa­ching nicht auf­steht und geht, son­dern auf der Bank sit­zen bleibt (kannst ja ein­fach nach­fra­gen, ob es erwünscht ist). Dadurch füh­len sich vie­le Spieler*innen für die her­aus­for­dern­de Auf­ga­be noch mehr unter­stützt und es gibt ihnen zusätz­lich Kraft! In die­sem Sin­ne hof­fe ich sehr, dass Dir und Dei­nen Kol­le­gen ein paar mei­ner Tipps hel­fen werden!

  » Tonis bis­he­ri­ge Beiträge…