Gratis Motivationsstunde

Nicolas Kiefer
© Hasenkopf

Nico­las Kie­fer — ehe­ma­li­ge Num­mer vier der Welt und sechs­fa­cher ATP-World-Tour-Sie­ger, hat sei­ne von vie­len High­lights gespick­te akti­ve Kar­rie­re längst been­det. Den Ten­nis­schlä­ger hat er aber den­noch nicht voll­kom­men an den Nagel gehängt. Nicht nur, dass der gebür­ti­ge Holz­min­de­ner gele­gent­lich für sei­nen Part­ner Robin­son auf den Court geht, der olym­pi­sche Sil­ber-Medail­len­ge­win­ner (2004 in Athen an der Sei­te des Kor­ba­chers Rai­ner Schütt­ler) stellt sich als offi­zi­el­ler Bot­schaf­ter für die Han­no­ver­sche Initia­ti­ve »Akti­on Kin­der­traum« seit vie­len Jah­ren immer wie­der zur Ver­fü­gung, um Kin­dern und Jugend­li­chen, denen das Schick­sal nicht wirk­lich in die Kar­ten gespielt hat, unver­gess­li­che gemein­sa­me Ten­nis­ein­hei­ten zu ermög­li­chen. So wie kürz­lich in sei­ner Hei­mat­stadt Han­no­ver, wo sich »Kiwi« mit Amin, einem 13-jäh­ri­gen Teen­ager aus Nord­rhein-West­fa­len zum Trai­ning verabredete.

Bewun­derns­wer­te Entwicklung

»Akti­on Kin­der­traum« finan­ziert Amin seit gerau­mer Zeit regel­mä­ßi­gen Ten­nis­un­ter­richt, was sich posi­tiv im Umgang mit ADHS aus­wirkt. Bereits 2019 durf­te Amin Idol Nico­las Kie­fer tref­fen und gemein­sam mit ihm trai­nie­ren. „Im Gegen­satz zu damals wirkt Amin ruhi­ger und aus­ge­gli­che­ner”, hält Amins Mut­ter Ange­li­ka fest. Das ist auch dem lang­jäh­ri­gen deut­schen Davis-Cup-Spie­ler auf­ge­fal­len: „Abso­lut! Nicht nur, dass sich Amin seit unse­rem ers­ten Tref­fen 2019 kör­per­lich und auch sport­lich wei­ter­ent­wi­ckelt hat, er ist auch wesent­lich ruhi­ger in sei­nen Aktio­nen!” Das ist umso bewun­derns­wer­ter, als dass noch vor weni­gen Jah­ren bei­spiels­wei­se in der Schu­le „gar nichts ging«. ADHS gehört zur Grup­pe der Ver­hal­tens- und emo­tio­na­len Störungen und beginnt meist in Kind­heit und Jugend. Die Krank­heit äußert sich durch Pro­ble­me mit Auf­merk­sam­keit, Impulsivität und Selbst­re­gu­la­ti­on — manch­mal kommt zusätzlich star­ke körperliche Unru­he (Hyperaktivität) hinzu.

Nicolas Kiefer & Amin
© Akti­on Kindertraum

Sport­lich und sozi­al dazu gelernt

„Bei Amin mach­ten sich die Sym­pto­me bemerk­bar, als er in der Schu­le nicht mehr auf­merk­sam war, den Unter­richt störte, aggres­siv gegenüber sei­nen Klas­sen­ka­me­ra­den wur­de und ich als Mut­ter teil­wei­se drei Mal pro Woche zu den Leh­rern muss­te, um über Amins Ver­hal­ten zu spre­chen. Sogar eine Betreue­rin brauch­te er teil­wei­se im Unter­richt”, erin­nert sich Mut­ter Ange­li­ka. Heu­te ist viel leistungsfähiger und hat weni­ger Stress. Die sport­li­chen und sozia­len Her­aus­for­de­run­gen im regel­mä­ßi­gen Ten­nis­un­ter­richt, den »Akti­on Kin­der­traum« ermög­licht, dürf­ten einen nicht uner­heb­li­chen Teil zum bis­he­ri­gen Erfolg bei­getra­gen haben.

Nicolas Kiefer & Amin
© Akti­on Kindertraum

»Kiwi« zeigt sich gewohnt spendabel

Doch nicht nur Ute Frie­se (Grün­de­rin von Akti­on Kin­der­traum) und Bot­schaf­ter Nico­las Kie­fer sind zufrie­den mit Amin, auch das Lehr­per­so­nal an sei­ner Schu­le. „Ich hat­te immer Stress in der Schu­le. Das ist heu­te ganz anders!”, sagt Amin, der inzwi­schen zwei Mal pro Woche in einem Ober­hau­se­ner Ten­nis­ver­ein trai­niert. Dar­über hin­aus spielt er drei Mal wöchentlich Fuß­ball. „Damit ich mehr Aus­dau­er bekom­me“, meint Amin. Nico­las Kie­fer ist begeis­tert: „Toll, dass Du selbst erkannt hast, dass man neben dem rei­nen Ten­nis­trai­ning auch noch etwas für die Aus­dau­er tun muss!” Sprach’s und spen­dier­te Amin über die Gra­tis-Trai­nings­stun­de hin­aus noch einen neu­en Ten­nis­schlä­ger sowie ein Paar Ten­nis­schu­he und ein Trai­nings­dress. In spä­tes­tens zwei Jah­ren will man sich wie­der tref­fen, dann zum drit­ten Mal. Der eins­ti­ge Halb­fi­na­list der Aus­tra­li­an Open ist schon heu­te gespannt ob der Ent­wick­lung des ehr­gei­zi­gen Teen­agers. »Spiel, Satz und Sieg« für Amin, Kiwi und Akti­on Kindertraum.

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