Millman’s Trickkiste

John Millman
© Hasenkopf

Fra­ge an Boris Krumm: Hal­lo Exper­ten­team! Mit mei­ner heu­ti­gen Fra­ge wen­de ich mich doch direkt an jeman­den, der es wis­sen muss: konn­te John Mill­man in sei­ner Par­tie gegen Roger Fede­rer das Ver­hal­ten der Ten­nis­bäl­le bei den Aus­tra­li­an Open durch das sekun­den­lan­ge Rol­len über sein schweiß­nas­ses Shirt zu sei­nen Guns­ten wirk­lich beein­flus­sen?! Dies tat er eini­ge Male, bevor er auf­schlug. Pro­fi-Coach Sven Gro­eneveld hat die­se mut­maß­li­che Match-Beein­flus­sung zur Dis­kus­si­on gestellt?!

Boris Krumm: Der Filz auf einem Ten­nis­ball besteht an der sicht­ba­ren Ober­flä­che aus einem Wol­le/Ny­lon-Mix. Nach dem letz­ten Vul­ka­ni­sie­rungs­vor­gang in der Pro­duk­ti­on wird der Filz sehr glatt und hat eine homo­ge­ne Ober­flä­che. In die­sem Zustand wäre der Ten­nis­ball unge­eig­net zu Ten­nis­spie­len. Erst die nach­träg­li­che Behand­lung in einer mit hei­ßem Was­ser­dampf durch­setz­ten Trom­mel (ähn­lich einem rie­si­gen Wäsche­trock­ner) wird der Faser­ver­bund wie­der auf­ge­lo­ckert und so das bekann­te Erschei­nungs­bild her­ge­stellt. Den Filz durch Rol­len über das schweiß­nas­se Tri­kot zu kom­pri­mie­ren, ist zwar in gerin­gem Umfang mög­lich, aber der dabei erziel­te Effekt ist nahe­zu unmerk­lich, da in die­ser kur­zen Zeit­span­ne die soge­nann­te »Inter­lock-Eigen­schaft« der Wol­le, also das mit­ein­an­der ver­fil­zen der Fasern nur ober­fläch­lich statt­fin­det und selbst schon beim vor dem Auf­schlag oft durch­ge­führ­ten auf den Boden auf­pral­len las­sen sich wie­der löst. End­gül­tig wird die mini­ma­le Kom­pri­mie­rung durch den dann erfolg­ten Impact beim Auf­schlag gelöst. Der Effekt ist somit gleich Null.

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