Mentale Champions

Novak Djokovic
© Hasenkopf

Fra­ge an Ste­phan Medem: Hal­lo Ste­phan! Mich wür­de mal inter­es­sie­ren, wel­che Spie­le­rin und wel­chen Spie­ler Du für die, bzw. den men­tal stärks­ten der Ten­nis­ge­schich­te hältst und war­um? Mei­ne per­sön­li­chen Favo­ri­ten sind Stef­fi Graf bei den Damen und Novak Djo­ko­vic bei den Her­ren. Bin gespannt auf Dei­ne Mei­nung! Und PS: wer war der men­tal stärks­te Gegen­über, gegen den Du zu akti­ver Zeit per­sön­lich mal antre­ten durftest?

Ste­phan Medem: Das ist kei­ne leich­te Fra­ge! »Men­ta­le Stär­ke« ist in der Regel kei­ne kon­stan­te Grö­ße. Genau­so wenig wie zum Bei­spiel »kon­di­tio­nel­le Stär­ke«.  Es gibt »Ups and Downs«. Fak­to­ren, wie Anzahl gewon­ne­ner Matches oder Tur­nie­re, Qua­li­tät der Vor­be­rei­tung, Qua­li­tät des Coa­chings sowie natür­lich wei­te­re Rah­men­be­din­gun­gen auf emo­tio­na­ler Ebe­ne, wel­che nicht unbe­dingt direkt mit dem Ten­nis­platz in Rela­ti­on ste­hen müs­sen, spie­len eine gewich­ti­ge Rol­le. Du hast die Bei­spie­le Stef­fi Graf bei den Damen und Novak Djo­ko­vic bei den Her­ren als »men­ta­le Cham­pions« benannt. Das ist sicher­lich rich­tig… aber auch die­se bei­den Aus­nah­me-Spie­ler hat­ten ihre schwa­chen Pha­sen. Stef­fi Graf war gegen ihre »Angst­geg­ne­rin« Moni­ca Seles alles ande­re als »men­tal stark«. Novak Djo­ko­vic hat­te als Num­mer Eins der Welt auch plötz­lich eine grö­ße­re »Iden­ti­täts­kri­se« und ver­lor plötz­lich gegen Wider­sa­cher, die er nor­ma­ler­wei­se rou­ti­ne­mä­ßig abser­vier­te. Wie schon gesagt: »Men­ta­le Stär­ke« ist ein »fra­gi­les Pflänz­chen«, wel­ches viel Pfle­ge, Auf­merk­sam­keit und gutes Zure­den braucht. In mei­ner akti­ven Zeit waren wohl Jim Cou­rier und Tho­mas Mus­ter »men­ta­le Champions«…

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