Mannschaftsspiel
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Liebe Tennisfreunde!

Im Deutschen Tennis Bund sind 300.000 LK-Spieler, bzw. Medenspieler registriert. Nicht genug bei 1,35 Millionen Mitgliedern! Gern definiere ich noch mal unser Ziel: 2,5 Millionen Mitglieder und mindestens 1,25 Millionen registrierte LK- bzw. Wettkampfspieler. Fangen wir mal bei dem Medenspieler von heute an. Dem »Hardcore-Tennis-Vereinsspieler«. Wir stellen fest, dass es für gerade kleine Vereine immer schwerer wird, Mannschaften zusammenzustellen. Gab es früher 6er-Mannschaften wird es heute schon schwierig, 4er-Teams über die ganze Saison vollständig zusammenzubringen.

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Wir stellen auch fest, dass die Doppel immer öfter »abschenkt« werden. Und wie reagieren wir?! Wir erhöhen die Strafen. Überlegen, ob wir nicht noch die Disziplinarkommission einschalten. Wir kommen nicht auf die Idee, dass diese »Doppel-Abschenker« an sich ganz nette Tennisspieler sind, die Ihren Grund haben. Zum Beispiel, dass Ihnen das Medenspiel zu lange dauert. Dass sie keine Zeit und Lust haben, noch einmal an den Ort des Medenspiel zurückzukehren, um die wegen Regen oder Dunkelheit abgebrochene Partie mit den Doppeln noch zu beenden.

Dirk Hordorff
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Haben wir die Medenspieler mal gefragt, wie lange ein Medenspiel dauern sollte? Wie oft und wann der »Tennisspieler von heute« Medenspiele spielen will? Und danach die Regeln und Teamspiele neu organisiert? Und haben wir auch diejenigen gefragt, die den Medenspielen den Rücken gekehrt haben und nicht mehr für ein Team zur Verfügung stehen? Haben wir sie zum Beispiel gefragt, unter welchen Bedingungen sie wieder Teamspiele machen würden?! Und nach diesen Antworten auch gehandelt?

Ich habe schon über die veränderten Lebenssituationen geschrieben. Diese müssen sich in unseren Überlegungen und Angeboten widerspiegeln. Man kann auch von anderen Nationen lernen. Wir müssen nicht alles selbst erfinden. Nachmachen kann genauso erfolgreich sein wie »selbst erfinden«. Nehmen wir zum Beispiel die Australier. Die haben auch ein Angebot für Tennisspieler, bei dem man sich kurzfristig und vereinsunabhängig zu Team-Events in 2er-Teams mit einer Spielzeit von zwei Stunden am Abend, entweder um 18 oder 20 Uhr, anmelden kann. Warum sollten wir das nicht auch anbieten?

Und erreichen wir heute noch einen Jugendlichen mit dem Angebot von ca. fünf Team-Wettkämpfen in der Zeit von Anfang Mai bis zu den Sommerferien? Will der nicht – wie im Mannschaftssport das ganze Jahr über gefordert werden?

Nutzen wir die Kooperationsmöglichkeiten mit den privaten Hallenbesitzern optimal? Um Tennis als Ganzjahressportart anzubieten? Da sind viele Optimierungsmöglichkeiten gegeben.

Warum gibt es noch in einigen Landesverbänden geschützte Termine für Medenspiele, wenn Deutsche Jugendmeisterschaften oder Verbandsmeisterschaften stattfinden?! Warum müssen Hunderttausende Tennisspieler ein freies Medenspiel-Wochenende haben, weil wenige Profis oder Leistungsspieler ein Turnier spielen?

Oder nehmen wir mal den LK-Spieler. Vor vier Jahren haben wir eine Umfrage gemacht. Über 30.000 Antworten. Haben wir die Antworten berücksichtigt und umgesetzt? Und haben wir die 1 Million Mitglieder im DTB gefragt, was man machen könnte, dass auch sie LK-Ergebnisse sammeln?! Und damit Tennis verstärkt und motiviert spielen?! Und überlegt, warum Tennis im Verein nicht mehr so attraktiv ist? Warum Clubmeisterschaften nicht mehr der Saisonhöhepunkt sind? Warum Forderungsspiele nicht mehr stattfinden? Da gibt es Antworten und in diesem Thema haben wir Antworten gefunden. Seien Sie gespannt auf die nächsten Wochen, da gibt es Neuigkeiten vom DTB!

Aber wenn wir bei den 14-Jährigen anfangen, was muss da geschehen, damit Tennis mehr angesagt ist?! Damit die Kids – wie ich vor 40 Jahren – einen Aufkleber ans Fahrrad kleben mit der Aufschrift »Tennis ist toll!«? Die veränderten Freizeitangebote, E-Sport, veränderte Schulzeiten, Internet, neue Medien, all das ist heute anders. Nicht schlechter, aber anders. Früher war nicht alles besser. Es war nur anders. Und deshalb müssen wir heute Lösungen finden, die für die heutige Situation die richtigen Antworten auf die Bedürfnisse unserer Tennis-Konsumenten geben.

Gerade bei der Jugend ist ein gutes Wettkampf-Angebot wichtig. Und wir sollten uns bei unseren Angebote weniger auf die Top-Spieler der Jugend konzentrieren. Und auch gar nicht traurig sein, wenn diese jene Wege gehen, die es Ihnen ermöglichen, später mal ganz oben im Welttennis mitzuspielen. Vielmehr sollten wir auf die breite Masse der Jugend schauen. Warum nicht mal die Jugendspiele zeitlich begrenzen?! Planbar machen! Gerade bei den Spielen in der Schulzeit mit den veränderten Bedingungen der Ganztagsschule. Warum nicht mal die Leistungsklassen vergessen?! Und jede Saison bei »Null« beginnen. Durch das altersbedingte Ausscheiden von Jugendlichen aus den Mannschaften ist sowieso nur bei großen Vereinen ein Konstanz ohne Vereinswechsel vorhanden.

Warum nicht mal das Jahr damit beginnen, dass immer die Nachbarvereine gegeneinander spielen. Und dann immer die Sieger gegen die Sieger – möglichst ortsnah – und die Verlierer gegen die Verlierer. Und wenn ein Spiel wegen Regen ausfällt wird der Sieger einfach ausgelost. Und die nächste Woche geht es nach demselben Prinzip weiter. Damit ist sichergestellt, dass ziemlich gleichstarke Begegnungen mit möglichst wenig Fahrzeit das Angebot für die Jugendlichen stärkt.

Wir haben viele Möglichkeiten, Tennis noch erfolgreicher zu machen. Deshalb bin ich sicher, dass wir eine erfolgreiche Zukunft haben. Und bei unseren Vereinen, bei unseren Mitgliedern auch in Zukunft gilt: »Tennis ist toll!«

Euer Dirk Hordorff

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