»Coaching-Trilogie« I

Stephan Medem
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»Coa­ching Tri­lo­gie, part one« — „Nun, immer­hin ver­traue ich die­sem Men­schen mein Kind an!“ So ein­fach hat es neu­lich eine mit mir befreun­de­te Ten­nis­mut­ter auf den Punkt gebracht. „Natür­lich will ich, dass mein Sohn sau­be­re Schlä­ge lernt und erfolg­reich in sei­ner Alters­klas­se spielt. Aber genau­so wich­tig ist mir, dass er etwas für sein Leben mit­nimmt! Sport soll doch auch den Cha­rak­ter eines Men­schen posi­tiv beein­flus­sen!“ Nun, da habe ich dann doch ein biss­chen zu Grü­beln ange­fan­gen! Habe mal ein biss­chen nach links und ein biss­chen nach rechts geschaut, mir eini­ge der Trai­ner­kol­le­gen, ob nun beim Ver­band oder in der »gro­ßen Ten­nis­schu­le im gro­ßen Ver­ein« vor mein inne­res Auge gezo­gen und mir dabei gedacht: „Au Backe, da sind doch eini­ge Jungs am Start, die noch eine Men­ge ler­nen müs­sen…!“ Ich für mei­nen Teil ver­fü­ge über mehr als 40 Jah­re Erfah­rung als Trai­ner, Coach und Men­tor und schrei­be ein­fach ein­mal ein paar mei­ner »Gebo­te« auf, wel­che euch Eltern oder viel­leicht auch mei­nen jün­ge­ren Kol­le­gen als Check­lis­te die­nen könn­ten. Damit die Sache eine mini­ma­le Glie­de­rung bekommt, möch­te ich in die­sem ers­ten Teil zum The­ma »Per­sön­lich­keit« Stel­lung bezie­hen. Denn: Wer einen Cha­rak­ter for­men will, muss Cha­rak­ter haben!

1. Prio­ri­tä­ten: Was ist wich­ti­ger? Die Selbst­dar­stel­lung, das eige­ne Ego und der eige­ne Pro­fit — oder der Ten­nis­schü­ler und des­sen Bedürf­nis­se? +++ 2. Enga­ge­ment: Ver­füg­bar­keit — auch über die bezahl­te Trai­ner­stun­de hin­aus? +++ 3. Selbst­ver­trau­en & Grö­ße: Müs­sen Kol­le­gen run­ter gemacht wer­den, um die eige­nen Vor­zü­ge her­aus zu stel­len? +++ 4. Inte­gri­tät & Ver­trau­en: Wird frei­zü­gig über die Pro­blem­chen ande­rer Schü­ler und Eltern getratscht oder herrscht »Arzt­ge­heim­nis«? +++ 5. Balan­ce: Nur reden oder auch zuhö­ren? +++ 6. Tole­ranz: Jeder Mensch macht Feh­ler! Wird kon­struk­tiv mit Feh­lern umge­gan­gen? Wer­den eige­ne Feh­ler auch ein­mal zuge­ge­ben? +++ 7. Pro­fes­sio­na­li­tät: Äußer­li­ches Erschei­nungs­bild, Auf­tritt, Pünkt­lich­keit, Zuver­läs­sig­keit, Orga­ni­sa­ti­on? +++ 8. Vor­bild­funk­ti­on: Wird Sport, Fit­ness und gesun­der Life-Style nur gepre­digt oder auch wirk­lich vor­ge­lebt? +++ 9. Bil­dung: Nur Ten­nis­wis­sen oder auch Lebens-Lern­in­hal­te, wel­che über den Tel­ler­rand Ten­nis hin­aus gehen? +++ 10. Grund­ein­stel­lung: Posi­tiv, (selbst-)humorvoll, ein­fühl­sam, dank­bar, gedul­dig, lebens- und leis­tungs­be­ja­hend? Ten­nis­coach als Beruf oder als Berufung?

Bei jedem Kind, wel­ches wir als Trai­ner betreu­en, beein­flus­sen wir auch ein klei­nes biss­chen die Zukunft mit. Da soll­ten wir alles dafür geben, die­se Auf­ga­be mit einem Maxi­mum an Herz, Wis­sen und Gewis­sen anzu­ge­hen. Das ist unse­re ver­damm­te Pflicht als Coach!

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