Match-Tiebreak

Referee
© Hasenkopf

Fra­ge an Chris­toph Damas­ke: Hal­lo Ten­nis­re­dak­ti­on! Ich höre immer im TV sowie in den Mann­schafts­spie­len den Begriff »Match-Tie­break«. Man­che sagen auch »Super-Tie­break«, ande­re wie­der­um »Cham­pions-Tie­break«. Was denn nun?! Darf man alle drei Bezeich­nun­gen nut­zen oder gilt nur eine bestimm­te?! Und zwei­te Fra­ge: Wann und wo wur­de der – na Sie wis­sen schon …-Tie­break »bis 10« eigent­lich ein­ge­führt und zum ers­ten Mal gespielt?!

Christoph Damaske
© Hasen­kopf

Chris­toph Damas­ke: Vie­len Dank für Dei­ne Regel­fra­ge! Laut der offi­zi­el­len Regel­wer­ke der ATP/WTA/ITF und des DTB, der das Regel­werk der ITF über­nimmt, heißt der drit­te Satz Tie­break offi­zi­ell »Match-Tie­break«. Der »Match-Tie­break« wur­de auf der ATP Tour 2006 für die Dop­pel-Wett­be­wer­be ein­ge­führt, in der Hoff­nung, mehr Stars für das Dop­pel begeis­tern und Dop­pel-Matches auf die Cen­ter-Courts der Welt legen zu kön­nen, schließ­lich konn­te man die durch­schnitt­li­che Match­dau­er durch die­se Maß­nah­me auf eine Stun­de und elf Minu­ten her­un­ter­fah­ren. Somit konn­te kein Dop­pel mit 7:6, 6:7, 7:6 und nor­ma­ler Ein­stand-Vor­teil-Rege­lung mehr drei Stun­den einen Cen­ter-Court bele­gen, dort, wo das Live-Fern­se­hen ner­vös auf das Ein­zel­match mit den Top-Stars im Anschluss zur Haupt­sen­de­zeit gewar­tet hat.

Die WTA hat die Regel 2007 eben­falls ein­ge­führt. Bei­de Tou­ren haben für die Dop­pel eben­falls die »No-Ad-Regel« ein­ge­führt. In den deut­schen Lan­des­ver­bän­den trat die Regel ab 2009 (z.B. BTV) für die Mann­schafts-Spie­le in Kraft. Es soll­ten somit alle Mann­schafts­spie­le vor Ein­bruch der Dun­kel­heit durch­ge­führt wer­den kön­nen. Kri­ti­ker beschwer­ten sich, dass der Kon­di­ti­ons­vor­teil im drit­ten Satz durch die Regel­ein­füh­rung ver­lo­ren gegan­gen wäre. Auch wür­de die Jugend nicht mehr aus­rei­chend auf das inter­na­tio­na­le Tur­nier­we­sen im nor­ma­len »Drei-Satz-Modus« vorbereitet.

Die Bezeich­nun­gen »Super-Tie­break« und »Cham­pions-Tie­break« gehen eher auf die Umgangs­spra­che zurück, zum Bei­spiel ver­wen­den Jour­na­lis­ten die­se Begrif­fe, um die Dra­ma­tur­gie im TV etwas zu stei­gern. Der Begriff »Cham­pions-Tie­break« könn­te auch auf der ATP Seni­ors Tour gebo­ren wor­den sein, denn dort wur­de der drit­te Satz schon län­ger im Tie­break bis 10 aus­ge­tra­gen. Und die Seni­ors Tour bestand damals aus ehe­ma­li­gen Grand-Slam- und Tour-Event-Cham­pions. Aller­dings sind die­se Anga­ben ohne Gewähr.

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